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Gottesdienst 9.August

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Got­tes­dienst 9.August 2020

Biblisches Votum
für Sonntag, 9.08.2020

"Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern." | Lk 12,48

Eröffnung

Im Namen Gottes, der uns Menschen ins Leben gerufen hat;  im Namen des Sohnes, der uns zu einem Leben in Freundschaft ermutigt; im Namen des Heiligen Geistes, der uns mit Trost und Mut erfüllt. Amen. Unsere Hilfe steht bei Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.

Gebet

Fürchte dich nicht, sagst du uns, ewiger Gott.
Gründe zur Furcht gibt es viele in dieser Zeit:
Um Gesundheit, Leib und Leben,
um Vernunft, Frieden und Verständigung,
um Arbeit, Einkommen und Gerechtigkeit,
um diese Erde und was auf ihr lebt.
So fürchten wir uns aus vielen Gründen
und sollen es doch nicht.
Denn in der Furcht können wir nicht leben,
nichts Gutes wirken.

Ich bin bei dir, sagst du uns, gnädiger Gott.
Ins Leben hast du uns gerufen,
ohne dich wäre nichts da.
Durch Tage und Nächte
hast du uns schon begleitet,
in Tiefen gestärkt,
zu Höhen geführt.
Wecke in uns den Sinn,
dass du da bist, jetzt bei uns.
Damit wir ohne Furcht leben,
dich und unseren Nächsten lieben.

Ich will dich erretten, sagst du uns, barmherziger Gott.
Nach Rettung rufen so viele Menschen,
in unserem Land, in vielen Teilen der Erde.
Mach auf, zeige dich,
sende deinen Geist,
dein Licht und deine Wahrheit,
dass es hell werde,
dass die Angst vergehe.
Und mache uns bereit,
deine Mitarbeiter zu werden.

Weil du uns erretten willst,
weil du bei uns bist,
deshalb fürchten wir uns nicht,
sondern vertrauen uns dir an,
unser Leben und die, an die wir denken,
du ewiger, gnädiger, barmherziger Gott.

Amen

Lied für den Tag

H&E 4: Die Erde ist des Herrn

Unter diesem link kann man sich das Lied anhören: https://www.youtube.com/watch?v=R0ehy5WPlZs

1. Die Erde ist des Herrn. Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben. Drum sei zum Dienst bereit, gestundet ist die Zeit, die uns gegeben.

2. Gebrauche deine Kraft. Denn wer was Neues schafft, der lässt uns hoffen. Vertraue auf den Geist, der in die Zukunft weist. Gott hält sie offen.

3. Geh auf den andern zu. Zum Ich gehört ein Du, um wir zu sagen. Leg deine Rüstung ab. Weil Gott uns Frieden gab, kannst du ihn wagen.

4. Verlier nicht die Geduld. Inmitten aller Schuld ist Gott am Werke. Denn der in Jesus Christ ein Mensch geworden ist, bleibt unsre Stärke.

Text aus der Bibel (Lukas 12, 39-48)

39 Das sollt ihr aber wissen: Wenn der Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so ließe er nicht in sein Haus einbrechen.

40 Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint.

41 Petrus aber sprach: Herr, sagst du dies Gleichnis zu uns oder auch zu allen?

42 Und der Herr sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzt, dass er ihnen zur rechten Zeit gebe, was ihnen an Getreide zusteht?

43 Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, solches tun sieht.

44 Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.

45 Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr lässt sich Zeit zu kommen, und fängt an, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen,

46 dann wird der Herr dieses Knechts kommen an einem Tage, an dem er's nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben bei den Ungläubigen.

47 Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt und hat nichts vorbereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge erleiden.

48 Wer ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient, wird wenig Schläge erleiden.

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.

Gedanken zum Weiterdenken

Wem vertrauen Sie Ihr Auto an und wem Ihr Haus, wenn Sie in Urlaub fahren? Oder wem vertrauen Sie in so unsicheren Zeiten Ihr Geld an? Zu allen Zeiten hat man sich nach vertrauenswürdigen Menschen umgesehen, so auch zur Zeit Jesu. In unserem heutigen Bibelwort geht es auch darum. Jesus hat von treuen und untreuen Verwaltern gesprochen und abschließend sagt er: „Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.“

Jesus hat recht mit dem, was er sagt. Wenn ich einem Menschen großes Vertrauen entgegenbringe, erwarte ich auch, dass er mich nicht enttäuscht. Heute scheint das zwar manchmal auf den Kopf gestellt. Die zweite Hälfte der Aussage Jesu lautet doch heute: Wem viel anvertraut ist, der fordert eine umso höhere Bonuszahlung auf sein Konto. Gut, ich kann natürlich jetzt auf „die da oben“ schauen und den Kopf schütteln und bin da fein „aus dem Schneider“.
Mir ist ja nicht viel gegeben, also habe ich auch nicht viel zu verantworten. Diese Rechnung ist mir allerdings zu einfach. Auch für mich ist es schön, wenn Menschen mir vertrauen. Ich finde es auch immer wieder besonders schön, wenn Menschen mir etwas anvertrauen. Dabei geht es ja nicht nur um materielle Werte, also um Geld oder Autos und ähnliches, sondern auch darum, dass Menschen mir etwas aus ihrem Leben anvertrauen. Die Frage für mich ist, wie gehe ich damit um?

Ich verstehe Jesus an der Stelle auch so, dass er darauf den Finger legt. Wenn mir jemand viel Vertrauen entgegenbringt und mir viel anvertraut, dann hat er auch ein Recht darauf, viel von mir zu fordern. Dabei geht es nicht um Überforderung. Wie ist das aber nun in meinem kleinen überschaubaren Bereich? Wie gehe ich mit den Dingen um, die mir anvertraut sind? Da ist Gott: er vertraut mir sehr und deshalb vertraut er mir mein Leben an. Wie gehe ich mit diesem großen Gut um? Was tue ich für meine Gesundheit? Was für meine Lebensfreude und was, damit Gott durch mein Leben geehrt wird?
Vielleicht hat Gott mir noch mehr anvertraut, einen Lebenspartner, eine Familie. Wie gehe ich mit diesen großen Geschenken Gottes um? Ganz sicher wird keiner von uns immer ganz und gar seinen Aufgaben gerecht, wir sind schließlich fehlerhafte Menschen. Wenn ich aber in der Verantwortung vor Gott lebe, wird das sich niederschlagen auf alle meine Beziehungen. So können wir dann auch Familie leben aus der Liebe Gottes und aus der Vergebung.
Gott kann mir auch Menschen anvertraut haben in der christlichen Gemeinde, oder ich bin vielleicht sogar Arbeitgeber. Es geht immer um die gleiche Frage: Wie lebe ich diese Verantwortung? Wie gehe ich mit dem mir Anvertrauten um? Diese Frage soll uns nicht depressiv machen. Diese Frage ist nur dafür da, dass ich mir immer wieder meine Verantwortung bewusst mache. Und auch das andere ist wichtig, ich darf mir auch bewusst machen, wie viel Vertrauen Gott und auch Menschen da in mich haben, dass mir all das viele anvertraut ist. Für mich ist das ein schöner Gedanke. Mich überlastet das nicht, weil Gott immer die letzte Verantwortung selbst übernimmt.

Wenn Gott und Menschen mir viel anvertrauen, dann zeichnet mich das aus. Ich freue mich darüber. Ich will dann gerne den Teil der Verantwortung übernehmen, den ich übernehmen kann. Es ist für mich auch immer wieder eine neue Herausforderung, das, was ich mache, gut zu machen. Und wenn dann ab und zu auch etwas sichtbar wird von der Frucht meines Handels, dann ist das eine besondere Freude. Wenn ich das, was mir anvertraut ist, fröhlich einsetze, dann kann ich auch ganz getrost dem Tag entgegensehen, an dem das Ergebnis auf dem Tisch liegen wird.

Bitten zum Weiterbeten

Gott, wir hoffen: Du gehst mit.
Wie der Horizont, wie das Licht, wie der Wind.
Gott, ich bitte Dich – geh Du mit.
Mit denen, die nichts riskieren wollen.
Die sich unsicher fühlen, schwach und getrieben.
Geh Du mit und bleibe.

Kehrvers: Erleuchte und bewege uns, leite und begleite uns, erleuchte und bewege uns, leite und begleite uns

Gott, wir jagen hinterher.
Eigenen und fremden Zielen.
Dem Erfolg. Der Erleuchtung.
Oder der einen perfekten Liebe, die alles gibt und alles hält.
Halte Du uns.
Auf allen Wegen, im Wasser, in der Luft.
Beim Aufbruch, beim Heimkehren, unterwegs und beim Schulanfang.
Geh Du mit und bleibe.

(Erleuchte und bewege uns…)

Gott, die Welt wackelt.
Auf den Straßen, auf den Wellen. Alles bewegt sich.
Schütze die Menschen in Beirut, in Syrien, im Nahen Osten, in den USA und Brasilien,
Allen die sich in Not und Aussichtlosigkeit befinden.
Den Zorn, die Verzweiflung, den Hass,
nimm alles auf.
Geh Du mit und bleibe.

(Erleuchte und bewege uns…)

Gott,
Deine Kirche sucht Wege und Zeichen,
Sprache und Gesten, Heimat.
Lehr uns Deine Sprache.
Deine Zeichen für Vergeben und Versöhnen.
Deine Worte für Zuhause.
Deine Zärtlichkeit.
Geh Du mit und bleibe.

(Erleuchte und bewege uns…)

Gott, Du bist da und bleibst.
Das hoffen wir.
Durch die Zeit und heute und immer.
Amen.                                               

Mit Jesus beten

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

Segen

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt!

Er selbst kommt uns entgegen.
Die Zukunft ist sein Land.                                               
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen.
Das Land ist hell und weit.

Bleibe bei uns mit deiner Liebe.  
Bleibe bei uns mit deinem Trost. 
Bleibe bei uns mit deinem Frieden.                                                                         

So segne und behüte uns der gnädige und barmherzige Gott; der Vater, der Sohn und der heilige Geist.