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Gottesdienst 4.Oktober

Erntedank von Renate Sturm-Wutkofsky
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Biblisches Votum für den Erntedanksonntag:

Aller Augen warten auf dich, Gott, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. (Psalm 145, 15)

Eröffnung

Lasst uns Gott feiern, denn Gott ist freundlich.
Lasst uns Gott feiern, denn Gott ist Leben.
Lasst uns Gott feiern, denn Gott ist Liebe und Freundlichkeit und Leben.

Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Gebet

Lassen Sie uns einen Moment innenhalten.
Gibt es einen Menschen, dem Sie im Moment besonders dankbar sind?
Wer kommt Ihnen da zuerst in den Sinn?
Ich denke an einen Afrikaner.
Er begleitete uns als Fahrer auf einer Reise durch Kenia. Der junge Mann war 21 Jahre alt. Ein Jahr zuvor war seine Frau bei einer Grippewelle gestorben. Cheche, so hieß er, passte auf uns auf wie auf seinen Augapfel. Den ganzen Tag beantwortete er geduldig unsere Fragen; vieles, was sich für uns ganz fremd anhörte, konnte er uns gut erklären. Achtsam fuhr er auf den sehr befahrenen und nicht ungefährlichen Straßen. An einem Sonntag sagte Cheche: Wenn ich euch heute nicht fahren würde, würde ich in meine Kirche gehen. Da fiel mir ein, dass wir im Kindergottesdienst ein Lied auf Suaheli gelernt hatten und wir sangen für Cheche: Asante sana Jesu, asante sana Jesu, asante sana Jesu mojoni! (Wir danken dir, Herr Jesus). Es war nicht genau so, wie er es kannte, aber Cheche verstand, was wir sagen wollten.
Ich habe nichts mehr von Cheche gehört. Die letzte Nachricht war, dass sie alle keine Arbeit mehr hätten, weil keine Touristen mehr kämen. Ich denke oft an Cheche. Gerne möchte ich ihm nochmal danke sagen und ihm sagen, dass ich für ihn und seine Familie bete.

Vielleicht gibt es einen Menschen, dem Sie heute, am Erntedanksonntag, auch einmal von Herzen danke sagen möchten.
Wir halten einen Augenblick Stille.

--- Stille ---

Guter Gott, danke, dass du uns Menschen sendest, die uns gut tun. Danke, dass wir auch selbst Menschen sein können, die anderen gut tun. Danke dafür, dass du uns so viel Gutes tust. Amen.

Lied für den Tag

EG 508 Wir pflügen und wir streuen

(1) Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn!
(4) Er lässt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf;
Er lässt die Winde wehen und tut den Himmel auf.
Er schenkt uns so viel Freude, er macht uns frisch und rot;
Er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn!

Unter diesem link kann man sich das Lied anhören: https://www.youtube.com/watch?v=exNNJUY_r4Q


Text aus der Bibel (Markusevangelium 8,1-9)

1 Als in jenen Tagen wieder eine große Volksmenge da war und nichts zu essen hatte, rief er seine Jünger zu sich und spricht zu ihnen:
2 Ich bin innerlich bewegt über die Volksmenge, denn schon drei Tage harren sie bei mir aus und haben nichts zu essen;
3 und wenn ich sie hungrig nach Hause entlasse, so werden sie auf dem Weg verschmachten; und einige von ihnen sind von weit her gekommen.
4 Und seine Jünger antworteten ihm: Woher wird jemand diese hier in der Einöde mit Brot sättigen können?
5 Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie aber sagten: Sieben.
6 Und er gebietet der Volksmenge, sich auf der Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, damit sie vorlegten; und sie legten der Volksmenge vor.
7 Und sie hatten einige kleine Fische; und er segnete sie und ließ auch sie vorlegen.
8 Und sie aßen und wurden gesättigt; und sie hoben auf, was an Brocken übrig blieb, sieben Körbe.
9 Es waren aber etwa viertausend; und er entließ sie.

Gedanken zum Weiterdenken

Das Erntedankfest gehört zu meinen Lieblingsfesten. Ich habe sehr schöne Erinnerungen an diesen Tag. Meine Schwester und ich trugen einen großen Korb voller Früchte aus dem Garten zum Gemeindehaus. Wir halfen beim Schmücken des Altars und beim Verteilen der Früchte und Gemüse in der Kirchengemeinde. In der Lutherkirche in Bochum gab es jedes Jahr einen riesigen Kürbis, den ein Mensch allein nicht tragen konnte, ein großes Brot, das der Bäcker noch von Hand formte. Brot und Kürbis stand dann auf dem Speiseplan im Seniorenheim. Die Kinder in der Schule feierten Erntedank mit einem großen Buffet in der Schulhalle, dann wurde alles geteilt und in die Klassenzimmer gebracht, wo zusammen gegessen wurde. Es gab Tänze und Lieder in der ganzen Schule und machte allen viel Freude.
Welche Erinnerungen haben Sie an Erntedank? Schöne und fröhliche, oder schwere und traurige? Ich würde gerne von Ihnen erfahren, welche Erinnerungen Sie haben.
Vorhin haben wir an Menschen gedacht, denen wir dankbar sind. Auch das gehört für mich zu Erntedank. Nicht nur Früchte und Gemüse, nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Dank an Menschen, die uns gut getan haben, die für uns in einer Zeit da waren, wo wir es besonders gebraucht haben. Und wir sind vielleicht auch für Menschen da, die unsere Hilfe besonders brauchen.
Für wen sind Sie in besonderer Weise da? In welcher Weise stehen Sie diesem anderen Menschen bei?
Schauen wir noch einmal auf die biblische Geschichte, die wir vorhin gehört haben. Jesus hat die Menschen im Blick, die da bei ihm in der Wüste sind und ihm zuhören. Er will sie nicht einfach in die Nacht und die Dunkelheit auf den weiten Weg nach Hause schicken. Er lässt sich von ihnen anrühren und bleibt nicht gleichgültig. Jesus sorgt für seine Zuhörer, indem er tut, was in seinen Möglichkeiten steht. Er zaubert kein Brot herbei – sondern er fragt: Was ist da? Was haben wir? Und das wird „vorgelegt“ – so heißt es in einer Übersetzung.
So können auch wir fragen: Was habe ich? Was teile ich mit anderen? Was teilen wir – als Kirchengemeinde? Als Familie?
Wenn wir jetzt unsere Antworten zusammentragen könnten – dann würden sicher körbeweise gute Gaben, Möglichkeiten und Kräfte zu Tage kommen, die wir haben. Große Brote oder kleine Fische – alles ist gut und alles zusammen ist genug!
Noch einmal zu Cheche, dem jungen Mann aus Kenia. Sicher gehörte er nicht zu den Ärmsten; aber er war sich dessen bewusst, dass er mehr hatte als viele andere Menschen in Kenia. So sorgte er für ein Mädchen aus einem Eingeborenenstamm, das es zur Schule gehen konnte. Das hat mich sehr berührt.
Albert Schweitzer hat den Satz geprägt: „Ich bin Leben inmitten von Leben, das leben will.“
Wenn wir diesen Gedanken von Albert Schweitzer teilen, dann bedeutet das, dass wir allem, was lebt, Respekt entgegenbringen. Ich bin ein Geschöpf wie alle anderen Menschen und wie die Tiere um mich herum, das atmen, leben, lieben und Freude empfinden möchte, das geliebt werden und satt werden und gesund bleiben möchte. Und um mich herum ist Leben, das genauso wie ich leben will: alte und junge Menschen, Ausländer und Einheimische, gesunde und kranke, Menschen verschiedener Religion und Hautfarbe – und Tiere, die summen und singen, schnaufen und schnuppern, frisches Gras fressen und sauberes Wasser trinken wollen, die nicht auf engstem Raum eingesperrt und grausam behandelt werden wollen. Auch ihr Leben – ist Leben!
Welche Möglichkeiten haben wir, uns für das „Leben, das leben will“ einzusetzen?
Leben, das leben will - das in den Blick zu nehmen ist ein guter Erntedankgedanke für das Jahr 2020. Dann wird Erntedank 2020 ein Fest des Teilens im Sinne Jesu. Amen.


Bitten zum Weiterbeten
mit den Worten eines Afrikaners

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Die Nacht ist verflattert, und ich freue mich am Licht.
Herr, ich bin fröhlich.
Die Vögel und die Engel singen, und ich jubiliere auch.
Das All und unsere Herzen sind offen für deine Gnade.
Ich fühle meinen Körper und ich danke.
Herr, ich freue mich an der Schöpfung.
Und dass du dahinter bist und daneben und davor und darüber und in uns.
Die Psalmen singen von deiner Liebe,
und die Propheten verkündigen sie; und wir erfahren sie.
Ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Ein neuer Tag, der glitzert und knistert und jubiliert von deiner Liebe.
Jeden Tag machst du, du zählst die Haare auf meinem Kopf.
Halleluja, Herr, ich danke dir!


Mit Jesus beten

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

Segen

Gott segne dich und behüte dich,
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. Amen.

EG 515 Laudato si Laudato si, o mi signore…

(1) Sei gepriesen, du hast die Welt geschaffen,
sei gepriesen für Sonne, Mond und Sterne,
sei gepriesen für Meer und Kontinente,
sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

(5) Sei gepriesen, du lässt die Vögel singen!
Sei gepriesen, du lässt die Fische spielen!
Sei gepriesen für alle deine Tiere!
Sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

(6) Sei gepriesen, denn du, Herr, schufst den Menschen!
Sei gepriesen, er ist dein Bild der Liebe!
Sei gepriesen für jedes Volk der Erde!
Sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr!

Unter diesem Link kann man sich das Lied anhören:
https://www.youtube.com/watch?v=nY-D4qDQmlw