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4.Advent

als PDF zum Download von Pfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling

Der Wochenspruch für diese Woche lautet: "Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Ihr wisst ja, dass das Kommen des Herrn nahe bevorsteht." Phil 4,4.5b

Ausgerechnet für diese Wochedieser Vers.
Die evangelischen Gottesdienste werden wieder unterbleiben, um keinen Ort der Ansteckung zu ermöglichen.
Das ist traurig, aber esist nichts im Gegensatz zu dem Leid derer, deren Hoffnungen und Pläne, deren Altersvorsorgen und Lebensziele sich in Luft auflösen, von Tag zu Tag mehr, die entsetzt vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, die doch so vielversprechend war.Es ist nichts gegenüber denen, die in Krankheit keinen an ihrer Seite haben können, oder denen, die bis zur Erschöpfung arbeiten müssen zur Aufrechterhaltung unseres Lebens.Gegenüber den Sorgen um unsere Lieben, die von all dem betroffen sind.
Es ist erst einmal Zeit zur Klage.
Und dann natürlich auch für die anderen Dinge.

Lied EG 20

Das Volk, das noch im Finstern wandelt –bald sieht es Licht, ein großes Licht. Heb in den Himmel dein Gesicht und steh und lausche, weil Gott handelt.
Die ihr noch wohnt im Tal der Tränen, wo Tod den schwarzen Schatten wirft: Schon hört ihr Gottes Schritt, ihr dürft euch jetzt nicht mehr verlassen wähnen.

So stellen wir uns gemeinsam mit unserem Dasein in den Machtbereich dessen, der diese Welt mit seiner Liebe gestaltet und durchzieht.

Im Namen des Vaters, und des Sohnes,
und des heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfesteht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Wir beten aus dem Psalm 102, Worten der Klage und Bitte, auch aus einer Not gebetet oder gesungen, der Not des Exils. Und so können wir diese Worte beten und unsere Klage mithineinnehmen.

Aus Psalm 102 (EG 744,2)

Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen;
Denn es ist Zeit, dass du ihm gnädig seist,und die Stunde ist gekommen.
Denn er schaut von seiner heiligen Höhe,
der Herr sieht vom Himmel auf die Erde,
dass er das Seufzen der Gefangenen höre
und losmache die Kinder des Todes
dass sie in Zion verkünden den Namen des Herrn
und sein Lob in Jerusalem,
wenn die Völker zusammenkommen,und die Königreiche,
dem Herrn zu dienen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie es war im Anfang, jetzt und immer dar,
und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Lied EG 16

Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern! Auch wer zur Nacht geweinent, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

Gebet: (nach einem Text von Sabine Nägeli aus: Die Nacht ist voller Sterne, S.38)
Wie hilflos, Christus,erfahre ich mich in meinem Versuch
Begleitung zu finden oder zu schenken
Auf langem lichtlosem Weg.
Wie schwach ist mein Gebet im Angesicht dieser übermächtigen Bedrängnis.
Aber ich gebe nicht auf.Ich hoffe darauf, dass meine armen, verlorenen Worte Hineingerettet werden
In Dein Gebet, Christus für mich, für diesen Menschen...
Eins werden möchte ich mit deiner Liebe zu mir, zu ihm,
eins werden mit deiner heilenden, segnenden Kraft,
mit deinem grenzenlosen Vertrauen in Gott.
Herr erbarme Dich. Amen.

Ja, ich will mich über Dich erbarmen, spricht Gott.

Deswegen können wir auf Hoffnung hoffen, mitten im Dunkel, ohne es zu beschönigen.

Ehre sei Gott in der Höhe, und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen.

Jetzt Gott, lass mich im Hören auf Dein Wort Deine Nähe spüren, berühre mich in meiner Tiefedurch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Lesung Lukas 1,39-56(Lutherbibel)

39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Ja, selig ist, die da ge glaubt hat! Denn es wird vollendet werden, was ihr gesagt ist von dem Herrn. 46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; 48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. 49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 50 Und seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten. 51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. 53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. 54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, 55 wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit. 56 Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied: Maria durch ein Dornwald ging

Maria durch ein Dornwald ging, der hat in sieben Jahr ́n kein Laub getragen. Jesus und Maria.
Was trug Maria unter ihrem Herzen? Kyrie eleison. Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen, das trug Maria unter ihrem Herzen. Jesus und Maria.
Da haben die Dornen Rosen getragen, Kyrie eleison. Als das Kindlein durch den Waldgetragen, da haben die Dornen Rosen getragen. Jesus und Maria.

Predigtext: 1.Mose 18,1-2.9-151

Und der HERR erschien ihm (Abraham) bei den Terebinthen Mamres, während er am Eingang seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war. 2 Und er erhob seine Augen und schaute, siehe, da standen drei Männer ihm gegenüber. Undals er sie sah, eilte er ihnen entgegen vom Eingang seines Zeltes, beugte sich zur Erde nieder ... 9 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist deine Frau Sarah? Er antwortete: Drinnen im Zelt. 10 Da sprach er: Gewiss will ich um diese Zeit im künftigen Jahr wieder zu dir kommen, und siehe, deine Frau Sarah soll einen Sohn haben! Sarah aber horchte am Eingang des Zeltes, der hinter ihm war. 11 Und Abraham und Sarah waren alt und recht betagt, sodass es Sarah nicht mehr nach der Weise der Frauen ging. 12 Darum lachte siein ihrem Herzen und sprach: Nachdem ich verblüht bin, soll mir noch Wonne zuteilwerden! Dazu ist mein Herr ein alter Mann! 13 Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sarah und spricht: »Sollte ich wirklich noch gebären, so alt ich bin?« 14 Sollte denn dem HERRN etwas zu wunderbar sein? Zur bestimmten Zeit will ich wieder zu dir kommen im nächsten Jahr, und Sarah wird einen Sohn haben! 15 Da leugnete Sarah und sprach: Ich habe nicht gelacht!, denn sie fürchtete sich. Er aber sprach: Doch, du hast gelacht!

Liebe Leserinnen und Leser,
Erst lade ich ein zu klagen, das Dunkle in uns zu erforschen, es nicht zu übertünchen. Alles was uns gerade lähmt, anschauen, es nicht verdrängen, schönreden, überdecken mit all den Ablenkungen. Und nun Schwangerschaftsgeschichten als Lesungs-und dann auch noch als Predigttext.
Passt das zusammen? Irgendwie nicht. Und irgendwie doch in der Tiefepasst es:

  1. Ich erinnere mich an die Gefühle, die sich verlässlicheinstellen, wenn ich von einer Schwangerschaft höre: jedesMal erfasst mich eine schöne Aufregung: etwas fängt neu an dieser Welt! Ein neues Leben für die werdenden Eltern, ein neues Leben auf dieser Erde, einzigartig. In jedem Kind, das geboren wird, liegt ein Neubeginn auch für uns alle.Dieses Kind wird neue Ideen in die Welt bringen, aus seiner Generation, neue Lösungen finden, wenn wir ihm gut in die Welt helfen. Da, wo alles gewohnt und eingefahren ist, kündigt sich Veränderung an. Natürlich auch Mühe und schlaflose Nächte, auch der Alltag der Kindererziehung. Aber eben auch ein Wunder. Ein neugeborenes Kind anschauen.... das öffnet das Herz.Ich weiß nicht, ob Sie das auch so empfinden.
  2. Weihnachten kann auch für mich und jede/n von unsein Geburtsprozess sein in eine neue Lebensphase. Ja,die Adventszeit war von alters her eine Buß-und Fastenzeit in der christlichen Tradition. Sie lud –und lädt diesmal besonders wieder -geradezu dazu ein, das anzuschauen, was der Veränderung bedarf. Dazu gehört nicht nurdas Leid durch Corona, das Leid an all den Schreckensbildern aus aller Welt, die uns begegnen. Dazu gehört auch der Klimawandel, und auch persönliche Veränderungen. Der Geburtsprozess in mir, in uns muss immer neu in Gang gesetzt werden. Gott will immer neu in mir, in uns geboren werden. Das ist die Verheißung. Ich kann mich ihr verschließen, mich einrichten in dem unseligen unerlösten und stumpf werden, oder die Fühler ausstrecken und mich ausrichten auf das „Neue“ das kommen will. Mich dem hinhalten.
  3. Mir fällt auf, dass es kaum noch echte Klage gibt. Es gibt Lamentieren und Jammern, Selbstmitleid, oder Verdrängung. Doch das ist kein fruchtbarer Nährboden.Wer schreit noch seine Klage heraus damit es das Leben hört, damit Gott es hört? In der Bibel gibt es viele Klagelieder, vonJeremia, von Hiob. Sie sind laut, verzweifelt, schreien, beten klagen den Schmerz heraus, wie man nur klagen kann, wenn man ein personales oder ggf. auch apersonales „Du“ anspricht: Gott, das Leben? Das Geheimnis der Schöpfungskraft, „göttliches Geheimnis“....Da ist zunächst Schmerz... vielleicht auch eine Leere. Das Gefühl der „dunklen Nacht“. Nichts als Abgrund. Doch erst da entsteht, oder „geschieht“ das Wort, das unsere Seele erhellt. Die Empfängnis der Botschaft, die wir noch nicht kennen, des Kindes, das eigene Lösungsmöglichkeiten in die Welt bringt. Und bisher nur als kleines Bündel Mensch da ist, als Zeichen, dass „ES“ sich wendet. Das Licht wieder möglich wird.
  4. Sarah lacht. Sie die Unfruchtbare, die nach langem Ringen sich abgefunden hat mit dem Schicksal der Unfruchtbarkeit -trotz der Verheißung vieler Nachkommen an Abraham, lange ist es her. Ihr Körper hat jahrzehntelang der Hoffnung Abrahams im Weg gestanden. Dieses Dunkel und die Last gehören zu ihrem Leben. Nun plötzlich gegen jede Erfahrung und gegen jeden Erfahrungshorizont die Ankündigung einer Schwangerschaft.Sie lacht. Es kann verächtlich sein, es kann belustigt sein, überheblich, gar hysterisch, weil die Ankündigung so verrückt ist. Doch Lachen befreit. Es lässt Risse entstehen im gewohnten Selbstbild. Vermutlich war sie auch nicht immun gegen DAS Gefühl, was ich oben benannt habe: die freudige Erregtheit , die ich empfinde, wenn mir jemand berichtet: “... ist schwanger, erzähl es noch nicht, ist noch zufrisch, aber...“
  5. Ich möchte die Grundbewegung des Wartens nach aller Klage nicht aufgeben. In scheinbar leere Räume hinein mein„Du!?“ schicken. Verzweifelt, traurig, laut oder leise oder sehnsuchtsvoll. Mich ausstrecken in den Raum jenseits des Bekannten. Lauschen, hören, warten, und dem Unerwarteten, dem Heilenden, dem Licht die Hand hinhalten und vielleicht Raum bieten, damit es auch in mir und durch mich geboren werden kann. Amen.

Lied EG 16 Die Nacht ist vorgedrungen

Die Nacht ist vor gedrungen, /der Tag ist nicht mehr fern. /So sei nun Lob gesungen, dem hellen Morgenstern! /Auch wer zur Nacht geweinet, /der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet /auch deine Angst und Pein.

Dem alle Engel dienen, /wird nun ein Kind und Knecht. /Gott selbst ist er schienen, /zur Sühne für sein Recht. /Wer schuldig ist auf Erden, /verhüll' nicht mehr sein Haupt, er soll errettet werden, /wenn er dem Kinde glaubt.

Die Nacht ist schon im Schwinden, /macht euch zum Stalle auf! /Ihr sollt das Heil dort finden, /das aller Zeiten Lauf /Von Anfang von verkündet, /seit eure Schuld geschah. Nun hat sich euch verbündet, /den Gott selbst ausersah!

Noch manche Nacht wird fallen /auf Menschenleid und -schuld. /Doch wandert nun mit allen /der Stern der Gotteshuld ./ Beglänzt von seinem Lichte, /hält euch kein Dunkel mehr. /Von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her .

Gott will im Dunkel wohnen /und hat es doch er hellt! /Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt! /Der sich den Erdkreis baute, /der lässt den Sünder nicht. Wer hier dem Sohn vertraute, /kommt dort aus dem Gericht!

Jochen Klepper und von ihm noch ein anderes, leider unbekannteres Lied:

Mein Gott, dein hohes Fest des Lichteshat stets die Leiden den gemeint. Und wer die Schrecken des Gerichtes nicht als der Schuldigste beweint, dem blieb dein Stern noch tief verhüllt und deine Weihnacht unerfüllt.

Die ersten Zeugen, die du suchtest, er schienen aller Hoffnung bar. Voll Angst, als ob du ihnen fluchtest, und elend war die Hirtenschar. Den Ärmsten auf verlassenem Feldgabst du die Botschaft an die Welt.

Die Feier ward zu bunt und heiter, mit der die Welt dein Fest begeht. Mach uns doch für die Nacht bereiter, in der dein Stern am Himmel steht. Und über deiner Krippe schon/ zeig uns dein Kreuz, du Menschensohn.

Herr, dass wir dich so nennen können, präg unseren Herzen heisser ein. Wenn unsere Feste jäh zerrönnen, muss jeder Tag noch Christtag sein. Wir preisen dich in Schmerz, Schuld, Not, und loben dich bei Wein und Brot.

(Vielleicht mögen Sie an dieser Stelle ein Stück Brot brechen und es essen
in Erinnerung und Hoffnung an und auf die Gemeinschaft im Abendmahl)

Und ein modernes Gedicht von Pierre Stutz:

Die Hoffnungskraft meines inneren Sternes
Lässt mich zu meinen Verunsicherungen stehen
Von innen her werde ich aufgerichtet
Zu meiner einzigartigen Einmaligkeit.
Die Vertrauenskraft meines inneren Sternes
Befreit mich zu einem Menschsein
In dem auch meineWidersprüchlichkeit
Als Wachstumschance gesehen wird.
Die Hoffnungskraft meines inneren Sternes
stärkt mein Mitgefühl mit all den Menschen,
die auch an sich selbst zweifeln,
weil sie zu oft verbogen worden sind.
Die Leuchtkraft unseres inneren Sternes
erzählt vom großen JA in unserem Herzen.

Gebet für den 4. Advent (VELKD, Wochengebet)

Was geschieht, Gott,
wenn deine Boten in unsere Wirklichkeit treten,
wenn das Undenkbare,
das Unerwartete einbricht?
Können wir dich erkennen, wenn du zu uns kommst
in deinen Engeln, deinen Zeichen?
Verwandle und heile uns, Herr,
dass wir spüren, wenn du nahst und uns dir öffnen können.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Komm zu allen, die dich suchen,
die in ihren Nöten fragen:
Wo bist du Gott?
Die nach dir verlangen,
aber dich nicht finden können.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Komm zu allen,
die nicht mehr hoffen können,
deren seelische Kräfte aufgebraucht sind,
die den Glauben an sich und andere
und an eine freie Gesellschaft mit Chancen für alle verloren haben.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Komm zu allen,
die einsam sind,
zu den Alten, die ihre Familien vermissen,
zu den Kindern, die in ihren vier Wände keine Heimat haben.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Komm zu allen,
die in Krankheit ins Ungewisse schauen,
die sich an der Grenze ihres Lebens wissen und fragen,
was sie erwartet
und wie sie bestehen können in ihrer Angst.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich!

Komm zu allen,
die sich in Feindbilder einschließen,
die Andersdenkende diffamieren müssen,
um sich selbst in den eigenen Wahrheiten zu bestätigen,
die keine Kritik ertragen können.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich!

Komm zu allen, die in Unfrieden leben,
zu all den Hungernden,
die vergessen werden,
zu allen, die auf der Flucht sind
vor Gewalt und Elend
und die auf unser Mitgefühl hoffen.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich!

In der Stille bringen wir vor dich unsere persönlichen Bitten ...

Du bist nahe.
Verwandle und heile uns, Herr,
dass wir dich dort, wo wir dich nicht erwarten,
erwarten können.
Amen.

Vater unser im Himmel...

Segen:

Und Gott segne und behüte Dich,
er lasse sein Angesicht
leuchten über dir
und sei dir gnädig,
er hebe sein Angesicht auf Dich
und schenke Dir Frieden.
Amen.

Lied: EG Mache Dich auf und werde Licht

Mache Dich auf und werde Licht, mache Dich auf und werde Licht, mache Dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt.