Newsletter Kontakt Spenden

Gottesdienst 28.Juni

als PDF zum download.

Biblisches Votum
zum 3. Sonntag nach Trinitatis, 28.6.2020

„"Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.". (Lukas 19, 10)

Eröffnung

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes. Amen.

Gebet

Barmherziger Gott,
Jesus Christus.
Du suchst die Verlorenen.
Du willst Heil und Segen für deine Menschen.
Heile die Kranken, bleib bei den Sterbenden,
tröste die Trauernden.
Schenke den Streitenden Versöhnung.

Amen.

Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des HERRN immerdar.

Lied zum Sonntag

Ein Text aus der Bibel
zum 3. Sonntag nach Trinitatis

Gleichnisse vom Verlorenen
(Lukas Kapitel 15,1-7)

1 Es nahten sich ihm aber alle Zöllner und Sünder, um ihn zu hören.

2 Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.

Vom verlorenen Schaf

3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:

4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eines von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er's findet?

5 Und wenn er's gefunden hat, so legt er sich's auf die Schultern voller Freude.

6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.

7 Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.

Gedanken zum Weiterdenken

Das Gleichnis vom verlorenen Schaf – gemeint ist natürlich eigentlich ein verlorener Mensch.

Auch der Psalm 23, vergleicht Menschen mit Tieren: Der Herr ist mein Hirte.

Der gute Hirte, der sich um seine Schafherde sorgt.

Eine Geschichte und ein Psalm der von Schafen erzählt und Menschen meint. Uns Menschen.

Und Gott: denn der liebt.

Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.
Es ist Unglück, sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.
Es ist lächerlich, sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.
(Erich Fried)


Ein Gedicht über Liebe und ich habe es im Hinterkopf, wenn ich das Gleichnis vom verlorenen Schaf lese.

Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.

100 Schafe – und eines ist verloren gegangen. Unglück passiert. Eventuell aber trägt man selbst noch weiteres Unglück bei, wenn man die 99 sich selber überlässt, um das eine zu suchen?

Jeden Tag verlieren wir Menschen aus der menschlichen Gemeinschaft.
Es sind Menschen, die wir nicht kennen.
Sie ertrinken, verhungern oder werden ermordet.
All dies geschieht ohne unser direktes zutun - durch unterlassen.

Es ist Unglück, sagt die Berechnung.

Berechnung von Kosten und Nutzen: was bringt uns das denn?
Sollte ich mich nicht entschlossen um die 99 anderen kümmern statt diesen einen zu retten, der vielleicht nicht einmal etwas zu unserer Gemeinschaft beitragen kann?

Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.

Es sind so viele und wenn wir einen retten, dann werden mehr kommen.

Es ist lächerlich, sagt der Stolz.

Wo ist eigentlich der Stolz, auf unsere Disziplin und Leistungsfähigkeit, der wir uns doch sonst immer so rühmen. Müsste ich, müssten wir nicht konsequent sein und einmal die Tugenden in den Dienst einer größeren Gemeinschaft stellen?

Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.

War es nicht leichtsinnig, so zu handeln, die Grenzen zu öffnen.
Siehst Du nicht die Konsequenzen für uns, für die Gesellschaft.
Wie wäre es, wenn wir unsere Gesellschaft ändern, wenn wir Gerechtigkeit in unserer Gemeinschaft für alle schaffen und dabei der Vorsicht mit bedacht und Gewissenhaftigkeit begegnen.


Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.

Hast Du nicht gesehen was geschehen ist und wie sich alles entwickelt hat. Dann handele ich so wie Jesus es getan hätte.

Wie würde Jesus handeln – er liebt

Jesus hat in seinem Leben all diese berechtigten Einwände einfach weggeschoben. Er setzt sich mit denen an einen Tisch, die für die Gemeinschaft (Zöllner, Prostituierte) schon verloren sind. Er macht sich lächerlich in den Augen derer, die Stolz sagen: sie sollen wegbleiben. Er nimmt sich Zeit, wo bei den Menschen schon klar ist: Vernunft und Erfahrung sagen, die verloren. Er isst mit denen, wo andere sagen „aussichtslos“.

Die Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen.

Die Liebe Jesu reicht für alle 99 PLUS dem eigentlich Verlorenen.
Er holt sie zurück zur Herde – die, die verloren gegeben wurden.

So ist Gottes Liebe: suchen, nachgehend, nicht aufgebend, nie aufgebend, findend. Weil auch der 1 einzigartig kostbar ist.

Bitten zum Weiterbeten

Du gibst uns nicht verloren,
barmherziger Gott.
Niemanden gibst du verloren.
Deine Liebe ist ewig.
Mache dich auf,
du Hirte und
erbarme dich.

Du gibst die Mächtigen dieser Welt nicht verloren,
du Freund der Armen und Schwachen.
Wir bitten dich um Gerechtigkeit.
Du gibst uns nicht verloren.
Mache dich auf,
du Hirte und
erbarme dich.

Du gibst die Bedrängten und Kranken nicht verloren,
du Freund der Verzweifelten und Verfolgten.
Wir bitten dich für die Menschen in den Kriegs- und Elendsgebieten dieser Welt.
Sieh auf die Bedrohten im Jemen,
sieh auf die, denen niemand hilft und
auf die, denen die Mittel zum Helfen fehlen.
Sieh auf die Menschen im Nahen Osten
und den unvorstellbaren Horror, dem sie ausgeliefert sind.
Wir bitten dich um Frieden.
Du gibst uns nicht verloren.
Mache dich auf,
du Hirte und
erbarme dich.

Du gibst unsere Kinder nicht verloren,
du Freund der Kleinen und Suchenden.
Wir bitten dich Angesichts von Klimawandel,
weltweitem Nationalismus und Menschenhass um Orientierung.
Gib den Menschen Kraft und Stärke,
die die Hoffnung auf strukturellen Wandel nicht aufgegeben haben
und sich um Zwischenmenschlichkeit und Generationengerechtigkeit bemühen.
Wir bitten dich um Barmherzigkeit.
Du gibst uns nicht verloren.
Mache dich auf,
du Hirte und
erbarme dich.

Du gibst deine Kirche nicht verloren,
du Freund deiner Gläubigen.
Sieh auf unsere Gemeinde und alle,
die zu ihr gehören.
Sieh auf unsere Kranken,
unsere Sterbenden,
unsere Trauernden.
Wir bitten dich um Glauben und Liebe.
Du gibst uns nicht verloren.
Mache dich auf,
du Hirte und
erbarme dich.

Du gibst uns nicht verloren,
du Ewiger und Barmherziger.
Dir vertrauen wir uns und alle, die zu uns gehören an
durch Jesus Christus, unseren guten Hirten.

Amen.

Mit Jesus beten

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel,
so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Der Herr ist mein getreuer Hirt, dem ich mich ganz vertraue.
Zur Weid er mich, seinSchäfchen führt, auf schöner, grüner Aue.
Zum frischen Wasser leit er mich, mein Seel zulaben kräftiglich durchs selig Wort der Gnaden.
In diesem Vertrauen das höher ist als alle Vernunft, bewahre uns der allmächtige undbarmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.