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Gottesdienst 27.September

Gottesdienst 16. Sonntag nach Trinitatis – 27.09.2020 als PDF

Biblisches Votum zur Woche (aus 2. Timotheus 1,10b): „Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.“

Eröffnung

Auch wenn wir allein sitzen, sind und bleiben wir verbunden, wird und ist
uns geholfen in Gottes Namen und durch Gottes Wort:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Gebet

Barmherziger, großer Gott, wir feiern heute den besten Tag der Woche, Deinen Sonntag. Morgen wird eine neue Woche beginnen und zerrinnen. Dann kommt wieder ein Sonntag und wie eine neue Woche … so geht unser Leben seinen Gang.

Es begleiten uns Mut und Stärke; aber auch Angst und Feigheit sind keine
unbekannten Begleiter – manchmal schwer loszuwerden und selten gute Lebensberater.

Wir bitten Dich heute, richte uns neu auf, schenke uns neu Mut und Zuversicht, besonnenes Handeln und – gegen alle Ängste – Lebensfreue und Lebensmut.
Dies bitten wir Dich; denn Du hast uns bei unserem Namen gerufen, durch
Christus befreist Du uns aus aller Angst und durch den Heiligen Geist befeuerst
Du uns immer wieder neu zu Taten menschlicher Barmherzigkeit. So
komm zu uns, lass es Sonntag werden und die Woche neu. Amen.

Lied 440: All Morgen ist ganz frisch und neu
(Link https://www.youtube.com/watch?v=8h3VnWtsqyU&ab_channel=detlefkorsen )

Biblischer Text aus 2. Timotheus 1, 6-10:

Paulus schreibt an Timotheus: „Aus diesem Grund erinnere ich dich daran,
dass du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner
Hände. Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner,
der ich sein Gefangener bin, sondern leid mit mir für das Evangelium in der
Kraft Gottes. Er hat uns selig gemacht und berufen mit seinem heiligen Ruf,
nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der
Gnade, die uns gegeben ist, in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber
offenbart ist durch die Erscheinung unserer Heilands Jesus Christus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesenans Licht gebracht hat durch das Evangelium.“

Gedanken zum Weiterdenken

Liebe Schwester, lieber Bruder in Jesus Christus,
kennst Du/kennen Sie noch aus Kindertagen das Lied: „Der Herbst, der
Herbst, der Herbst ist da, wir singen hei, hei hussassa …“? Fröhlich und
schwungvoll kommt der Herbst als tollkühner Wind daher. Solche Momente hat der Herbst ja durchaus: bunte Farben, aufwirbelnder Wind und wilde Bewegung.
Das ist die eine, die beschwingte Seite des Herbstes. Doch für viele
Menschen hat der Herbst noch ein anderes Gesicht. Mit den immer kürzer
werdenden Tagen und der rauhen Luft macht sich oftmals auch die Düsternis in unseren Gedanken wieder breiter, werden wir dünnhäutiger gegenüber Leid und Tod in der Welt, spüren, wie uns selbst die schwere Seite des Lebens packt, mit dem sich-Stemmen gegen das unwirtliche Wetter und mit dem Gedenken an die Endlichkeit allen, auch unseres eigenen Lebens oder dessen unserer Liebsten.
Mitten in den Anflug von Verlorenheit kommt der Brief an Timotheus und
bringt ein Geschenk.
Und es ist sonderbar: diese Texte für den Sonntag heute, die sind ja vorgegeben, sind in einer Ordnung, die uns durch die Themen der biblischen Tradition führen, aber der Ausschnitt aus dem Timotheusbrief ist wie jetzt gerade sorgsam für uns ausgewählt.
Er erinnert uns an etwas, was ich zumindest und vielleicht ja auch Du/Sie inzwischen schmerzlich vermisse: dass mir jemand freundlich die Hand gibt und ich den Händedruck erwidern darf, dass wir einander ganz kurz mal freundschaftlich drücken oder ermunternd auf die Schulter.
Der Brief erinnert uns an das Geschenk der Auflegung der Hände. Wir dürfen sie erfahren und weitergeben, diese Geste, eine sorgsame und zugleich kräftige Ermutigung zum Leben aus Gottes Geist: die segensvolle Handauflegung.
Jede/r von uns hat da sicherlich eine andere konkrete Erfahrung: bei der
Taufe (oder der der Kinder), bei der Konfirmation, der Trauung, bei der Übernahme eines Amtes, in einem besonderen Gottesdienst vielleicht während der Schulzeit, im Urlaub oder in der Gemeinde. Vielleicht war es auch eine segensvolle Berührung bei einem ganz anderen, nicht direkt gottesdienstlichen Anlass, bei dem wir spüren durften, wie diese besondere Zuwendung eine Gabe in uns gestärt hat, einen Mut hervorgerufen, ein Glück in Gang gesetzt.
Wo Gott uns durch Menschen die Hand auflegt, da ist das ganz sicher kein
„Quetscher“, aber es ist auch nicht nur ein lauer Händedruck: „Gott hat uns
nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und
der Besonnenheit.“

  • Das Laue darf wieder lodern, wenn wir an dieses Handauflegen denken,
  • Das, was wir resigniert aufgeben wollten, das können wir noch einmal
    neu mit dem Blick der Liebe in Augenschein nehmen und wieder dafür
    brennen uns wieder neu einsetzen, weiter dafür kämpfen, dass es
    gut wird.
  • Das, was uns hilflos und innerlich wütend macht, dem können wir uns neu stellen. Nein, wir werden uns nicht mehr in die hinterste Ecke
    verkriechen, aber wir werden auch nicht blindwütig dreinschlagen.
    Wir werden – geschützt unter Gottes Gnade – mit Sinn und Verstand
    sortieren, was unser Wort, was unsere Tat sein wird.
  • Was ist es, dass das Handauflegen so wunderbar erhellend, so segensvoll aufrüttelnd sein lässt?
    Es ist die Anwesenheit Jesu, dessen Hände heil machen und aufrichten.
    Es ist die Anwesenheit Jesu, dessen Hände umstoßen, was sinnlos geworden ist und aufzeigen, wo etwas anders werden muss.
    Es ist die Anwesenheit Jesu, dessen Hände in den Wundmalen den Schmerz des Todes tragen und doch über den Tod hinausweisen und uns hineinnehmen in das, was schon für uns galt vor der Zeit der Welt und unvergänglich ist in Ewigkeit: Gottes bewegten, bunten und hellen Raum der Gnade, die Leben möglich macht und Leben werden, was auch immer sei.

    Spür Deine Hände und nimm in ihnen Gottes Geschenk: Kraft und Liebe und Besonnenheit. Amen.

    Gebet zum Mit- und Weiterbeten

    Gott, Du legst uns die Hand auf und stärkst uns mit deiner Gnade, so können wir unsere Finger in Wunden legen und um Heil bitten:
    Für alle Menschen, die am Boden zerstört sind, weil sie um einen Menschen trauern; für alle Menschen, die fassungslos vor der Gewalt stehen, die Menschen einander zufügen können; für alle Menschen, die verunsichert sind von der Pandemie, die unser Leben so fest im Griff hält; für alle Menschen, die sich in die Irre führen lassen von Verschwörungstheorien; für alle Menschen, die fassungslos vor der Gewalt stehen, die Menschen einander zufügen können; für Menschen, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden.

    Lass Deine Gnade wehen, klärend und heilsam und befähige uns zu mutigem Handeln, das besonnen der Liebe Raum verschafft und so deine Ewigkeit unsere vergängliche Welt durchleuchten lässt. Amen.

    Mit Jesus Beten

    Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
    Dein Reich komme.
    Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns heute.
    Und vergib uns unsere Schuld,
    wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
    Und führe uns nicht in Versuchung,
    sondern erlöse uns von dem Bösen.
    Denn Dein ist das Reich und die Kraft
    und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

    Segen

    Gott, segne uns und behüte uns, schütze unser Leben und bewahre unsere Hoffnung. Gott, lass dein Angesicht leuchten über uns, dass wir leuchten können für andere. Gott, erhebe dein Angesicht auf uns und schenke uns und er Welt Frieden. Amen.

    Lied 659: Ins Wasser fällt ein Stein (unter https://www.youtube.
    com/watch?v=ZEeeMtH58GA&frags=wn&ab_channel=PastorBernd

    zu hören)