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Gottesdienst 25.Oktober

von Prädikantin Dr. Esther Sühling
als PDF zum download.

Biblisches Votum

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott (Micha 6,8)

Eröffnung

Im Namen Gottes, den Schöpfer der Erde und alles, was darauf lebt; im Namen Jesus Christus, seines Sohnes, der uns begleitet als Bruder und Freund, im Namen des Heiligen Geistes, der in uns wohnt, uns tröstet und stärkt. Amen.

Unsere Hilfe steht bei Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.
Heute reihen wir uns ein in ein Gebet, was seit hunderten, ja tausenden von Jahren den Glauben, das Vertrauen und die Gewissheit ausdrückt:

Gott sorgt für mich.

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Lied für den Tag: Meinem Gott gehört die Welt

Unter diesem link kann man sich das Lied anhören: https://www.youtube.com/watch?v=a2aJ6falIvY

'1. Meinen Gott gehört die Welt, meinem Gott das Himmelszelt, ihm gehört der Raum, die Zeit, sein ist auch die Ewigkeit.
2. Und sein eigen bin auch ich. Gottes Hände halten mich gleich dem Sternlein in der Bahn; keins fällt je aus Gottes Plan.

Text aus der Bibel

Markusevangelium Kapitel 2, 23-28

23 Und es begab sich, dass er am Sabbat durch die Kornfelder ging, und seine Jünger fingen an, während sie gingen, Ähren auszuraufen.
24 Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine Jünger am Sabbat, was nicht erlaubt ist?
25 Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, da er Mangel hatte und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren:
26 wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren?
27 Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.
28 So ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Gedanken zum Weiterdenken

Das biblische Votum klingt so einfach: es ist dir gesagt was gut ist und was Gott von dir fordert. Nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein. Aber so einfach ist das nicht. Bei mir selber entsteht da Druck: Gottes Wort halten – gar nicht so einfach. Und Liebe üben wo ich überfordert bin oder mal auch ärgerlich – gar nicht so einfach. Ja ich will demütig sein, es allen recht machen und gut funktionieren – aber: so einfach ist das nicht. Im Gegenteil:
Als Psychotherapeutin sehe ich oft, wieviele Menschen daran erkranken, immer alles richtig machen zu wollen. Auch wenn die Kirchenaustritte steigen und viele mit dem „Bodenpersonal“ nicht einverstanden sind:
Gut wollen die Menschen trotzdem sein. Alles richtig machen. Dass die Kinder, der Mann, die Frau, der Vorgesetzte, die Eltern zufrieden sind. „Wenn meine Kinder glücklich sind, bin ich es auch“ höre ich da häufig. Wir denken: Wenn wir alles gut machen – alles richtig machen – perfekt sind – wenn wir gut funktionieren … dann ist alles gut – dann sind wir zufrieden und glücklich. Und unsere Erfahrung ist jedoch: Es klappt – eine Zeitlang – dann werden wir eher krank oder depressiv, ausgebrannt oder gereizt von dieser Überforderung. Von Glücklich sein sind wir immer weiter entfernt. Aber – das ist doch Gottes Wille! Seinen Willen immer tun, gut sein, Liebe üben und demütig sein. Oder? Und dann kommt die Geschichte von Jesus als Predigttext:
An einem Sabbat, der für Juden sehr, sehr heilig ist – an einem Sabbat raufen die Jünger Ähren und essen. An einem Sabbat machen seine Jünger das, was als Arbeit zählt. Da kommt auch sofort die Kritik:
Es ist Sabbat, da darf man doch nicht … Das tut man nicht! Aber Jesus schaut danach, was das Bedürfnis der Menschen ist. Er steht hinter seinen Jüngern, die die Regeln brechen. Er bricht auch die Regeln. Und er sagt etwas Grundsätzliches: Diese Regeln sind für die Menschen da – als Orientierung und Richtschnur, aber der Mensch ist nicht für die Regeln da. Es gibt viele Geschichten, in denen Jesus am Sabbat heilt. Der Mensch hat Vorrang. Nicht starre Regeln.
Da merke ich, dass ich aufatme. Ja, ich will gut sein und gut handeln. Und das gelingt mir auch. Aber der Druck, den viele Menschen sich machen, und ich mir oft auch, immer perfekt sein zu müssen, immer funktionieren, nie schwach sein zu dürfen, diesen Druck brauche ich nicht. Den kann ich loslassen. Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Ich brauche nicht perfektionistisch sein. Mir darf auch etwas mal nicht gelingen. Ohne Angst. Denn: Nicht die Regeln sind das Wichtigste, sondern der Mensch. Was für eine Befreiung.

Bitten zum Weiterbeten

Gott manchmal komme ich aus meinem Hamsterrad nicht heraus – Hilf mir dabei!
Gott, manchmal will ich alles perfekt machen und verliere mich und den anderem aus den Augen – hilf mir mich wieder zu finden!
Gott, manchmal gebe ich meine Meinung auf um des lieben Friedens willen – aber der Friede ist nicht lieb – hilf mir dabei, zu unterscheiden, wann es wichtig ist, Nein zu sagen und wann es wichtig ist, demütig zu sein!
Gott, manchmal sehe ich nur Regeln und keine Freiheit – hilf mir dabei, Jesus nachzufolgen!
In der Stille bringe ich alle meine Bitten vor Dich! – denn ich nehme mir Zeit dafür.

Mit Jesus beten

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.
In Ewigkeit. Amen.

Segen

So segne und behüte uns der gnädige und barmherzige Gott;
Vater und Mutter, der Sohn Jesus Christus und die Heilige Geistkraft
heute und morgen auf unseren Wegen.