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Gottesdienst 21.Juni

Biblisches Votum
zum 2. Sonntag nach Trinitatis, 21.6.2020

"Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken."  (Mt. 11,28)

Eröffnung

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm 36, 6 - 10

6 HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes / und dein Recht wie die große Tiefe.
HERR, du hilfst Menschen und Tieren.
8 Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
9 Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.
10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Lied zum Sonntag

Ein Text aus der Bibel
zum 2. Sonntag nach Trinitatis

Jesu Lobpreis. Der Heilandsruf

Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart.
Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen.
Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
(Mt. 11,25 - 30)

Gedanken zum Weiterdenken

Kein exklusiver Club

„Tut mir leid, keine Zeit“ – eine Absage, schnell und achtlos dahingesagt, manchmal später bereut. Wer kennt das nicht? Wenn Gott einlädt zum Fest des Lebens, dann sollte man es nicht verpassen.

Dann gilt seine Einladung allen: Wohlhabenden und Armen, Nahestehenden und Fernen, Glaubenden und Zweifelnden. Da ist niemand, der ausgeschlossen wird. Alle, die Sehnsucht haben, alle denen ihre Last manchmal schwer wird, sind willkommen. Wohl dem, der die Einladung annimmt! Der 2. Sonntag nach Trinitatis ermuntert dazu, Gottes Einladung nicht auszuschlagen, sondern sich an seinen Tisch rufen zu lassen in eine bunt gemischte, wachsende Gemeinschaft, in der ein Klima der gegenseitigen Achtsamkeit und Wertschätzung, Offenheit für Außenstehende und Nachsicht gegen Schwächere herrscht. Christentum ist kein exklusiver Club – Gott sei Dank!

Bitten zum Weiterbeten

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
Barmherziger Gott,
lass diesen Ruf Deines Sohnes,
so klar,
so tröstlich,
in jeden kleinsten Winkel unserer Wirklichkeit dringen
und in die weiteste Ferne reichen.

Lass ihn dorthin dringen,
wo kaum mehr gesprochen wird,
in die Zimmer der Palliativstationen,
in die intensivmedizinischen Behandlungsräume,
in die Pflegeheime,
wo einsam gelitten und gestorben wird,
dorthin,
wo noch immer Besuche verboten sind
und auch Seelsorger*innen fern bleiben sollen.

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
Lass diesen Ruf dahin dringen,
wohin kein Wort und kein Mitgefühl mehr reichen,
in die Keller, wo gefoltert und missbraucht wird,
in Zellen, Erdlöcher und Käfige,
in die Lager und Umerziehungsanstalten,
wo Menschen vegetieren.

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
Lass diesen Ruf in die feinen Ritzen und Risse dringen,
wo Selbstüberhöhung,
Rassismus und verhärtete Ideologien
herrschen und doch brüchig werden können,
dahin,
wo Menschen abgeschottet und verhärtet sind.

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
Lass diesen Ruf dahin dringen,
wo Angst zur Panik wird,
wo Depressionen die Welt zu einem leeren Gerüst
und zu einem hohlen Schauspiel verwandeln,
wo kein Wort mehr einen Sinn hat
und kein Gedanke mehr einen Wert.

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
Lass diesen Ruf
in die Gewebe der Lügen und Täuschungen dringen,
in die Methoden der Manipulation,
dorthin,
wo sich menschliche Worte verwandeln zu einem Gift,
das blind macht.

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
Lass diesen Ruf dahin dringen,
wo wir als deine Töchter und Söhne reden müssten
und doch ängstlich schweigen,
wo wir dich bekennen müssten,
und uns doch zurückziehen,
wo wir die Furcht vor der Welt über die Furcht vor dir stellen.

Kommt her zu mir alle,
die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
Ja, Herr,
wir wollen kommen,
kommen zu dir.

In der Stille bergen wir uns bei dir mit unseren Bitten
und beten, wie du uns gelehrt hast:

Mit Jesus beten

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel,
so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen

So segne uns Gott,
der Lebendige,
der Vater, der Sohn,
der Heilige Geist.
Amen.