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Gottesdienst 19.Juli

Biblisches Votum
für Sonntag, 19.07.2020

So spricht Gott: Ich habe dich geschaffen, ich habe dich gebildet; hab keine Angst, denn ich habe dich befreit, ich habe deinen Namen gerufen; zu mir gehörst du. Jes. 43,1

Eröffnung

Im Namen Gottes, der uns Menschen ins Leben gerufen hat; im Namen des Sohnes, der uns zu einem Leben in Freundschaft ermutigt; im Namen des Heiligen Geistes, der uns mit Trost und Mut erfüllt. Amen. Unsere Hilfe steht bei Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.GebetBarmherziger Gott,ich höre deine Worte: Hab keine Angst. Aber ich habe Angst. Ich habe Angst vor den vielen Bedrohungen, die ich in diesen Tagen erlebe. Ich blicke ängstlich auf die Zahlen der Corona Infizierten. Ich lese die Zahlen der Kurzarbeiter*innen und der Arbeitslosen. Ich schaue auf die Zahlen der Wirtschaft und die Prognosen für die kommende Rezession. Ich weiß von den Transporten strahlender Uranabfälle nach Russland. Ich sehe tote und sterbende Bäume. Ich kenne die Hitzerekorde in normalerweise kalten Ländern - und du sagst: Hab keine Angst?! Wie soll ich deinem Wort glauben?Ich höre diese Worte: Du rufst meinen Namen. Das ist es, was mir Mut macht. Du rufst meinen Namen und du kennst meinen Namen. Du kennst mich. Du vergisst mich nicht. Erbarme dich meiner Angst, Gott. Amen.

Lied für den Tag

EG 210 Du hast mich, Herr, zu dir gerufen

Unter diesem link kann man sich das Lied anhören: https://www.youtube.com/watch?v=rJBzcUev66Q

(1) Du hast mich, Herr, zu dir gerufen, und in der Taufe bekenn ich dich: Ich will dir folgen, will bei dir bleiben und will dir treu sein; gib du mir Kraft.

(3) Gib meinem Leben große Freude und Kraft, für andere dazusein... (Refrain)

(4) Wenn Angst und Zweifel in mir wachsen, dann schenke du mir neuen Mut... (Refrain)

Text aus der Bibel
5. Buch Mose 7, 6-10.11

6 Schließlich bist du deiner Gottheit ein heiliges Volk. Dich hat sie erwählt aus all den Völkern auf dem Erdboden, damit du ihr als Volk ganz persönlich gehörst. 7 Nicht weil ihr zahlreicher seid als andere Völker, hängt Gott an euch. Deswegen hat er euch nicht erwählt – schließlich seid ihr das kleinste unter allen Völkern! 8 Nein, weil Gott euch liebt und sich an den Schwur hält, den er euren Vorfahren geschworen hat, führte Gott euch mit starker Hand aus dem Haus der Sklavenarbeit und kaufte euch aus der Hand Pharaos, des Königs von Ägypten, frei. 9 Daran sollst du erkennen, dass Gott Gott selbst ist, eine treue Gottheit nämlich, die sich an die Zusage hält und über 1.000 Generationen hinweg denen gegenüber freundlich ist, die sie lieben und sich an ihre Gebote halten. 11 Darum: Achte auf die Gebote, Bestimmungen und Rechtssätze, die ich dir heute gebiete. Richte dich nach ihnen.

Gedanken zum Weiterdenken

Warum liebt man einen Menschen?

Stellen Sie sich vor, Sie fragen einen Menschen, der Ihnen sehr nahe steht: Warum hast du mich lieb? Oder: warum hast du mich gern?

Dann könnte der oder die antworten: Du bist so hübsch... du kannst so schön singen... du kannst toll malen... Oder: Du hast eine tolle Figur... Du hast ein nettes Lachen... Gut, das sind alles Dinge, auf die man stolz sein kann. Wer möchte nicht geschätzt oder geliebt werdenfür etwas, das er oder sie gut kann?

Vielleícht würde der andere sagen: Ich finde es schön, etwas mit dir zu unternehmen... es macht mir Spaß, zusammen mit dir Fahrrad zu fahren oder zu wandern, im Garten zu arbeiten... zu reisen... Auch solche Sätze tun gut.

In unserem Predigttext wird etwas ganz anderes gesagt: Gott liebt sein Volk Israel. Und es wird auch erläutert, warum: nicht, weil es ein tolles Volk wäre – sondern: weil es so klein ist. Das erinnert an ein neugeborenes Kind: Es ist so klein, es kann noch nichts selbst tun, es ist bedürftig, es braucht jemanden, der es liebt, mit ihm spricht und für es sorgt.

Gott sagt wie zu einem Kind: Ich liebe dich – weil du so klein bist... so schutzlos... so ohnmächtig. Weil du Unterstützung brauchst.

In diesem Text aus dem 5. Mosebuch verspricht Gott, für die Menschen zu sorgen und er verspricht Treue. Er sagt zu, dass er sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreien wird. Und die Menschen versprechen auf ihrer Seite Liebe und Treue, die darin besteht, sich an Gottes Gebote zu halten. Damit wird ein Bündnis geschlossen, ein Vertrag geschlossen. Besiegelt wird dieser Bund mit einem Schwur.

Die Beziehung zu Gott ist also unserem Text nach auf beiden Seiten an klare Bedingungen geknüpft. Sie ist ein Bund, eine Partnerschaft, in der jeder Rechte und Pflichten hat.

Können wir heute die Beziehung zu Gott noch so sehen?Viele Menschen denken: Ich brauche Gott nicht. Eigentlich komme ich mit meinem Leben auch so ganz gut klar. Oder: Ich glaube nicht an einen Gott, der die Welt geschaffen hat... dermich beschützt... der irgendwo in einem Himmel sitzt und die Welt regiert... der auf die Menschen aufpasst...

Es gibt es wirklich viele gute Gründe, kritische Fragen zu stellen. Nur: Man geht immer von dem aus, was man von Gott erwartet: Gott müsste, Gott sollte... Gott hätte doch handeln müssen... Gott hat das und das nicht getan, was ich von ihm als „Bündnispartner“ sozusagen erwarten würde.

Das heißt: Eigentlich erwarten wir immer noch, dass Gott sozusagen „Bündnisverpflichtungen“ uns Menschen gegenüber erfüllen müsste.

Aber vielleicht sind wir inzwischen eben keine kleinen Kinder Gott gegenüber mehr. Sind wir erwachsen geworden?

Der Apostel Paulus erwartet das eigentlich von uns Menschen. Dass wir erwachsene Bündnispartner Gottes werden. Töchter und Söhne Gottes, die seinen heiligen Willen erfüllen.Denn als erwachsene Söhne und Töchter Gottes haben wir viele Aufgaben: die Schöpfung zu bewahren; auf die Erde aufzupassen und sie zu pflegen als den uns anvertrauten Lebensraum. Unsere Geschwister auf der Erde mit Respekt und Achtsamkeit zu behandeln und füreinander zu sorgen. Unsere Mitgeschöpfe, Schweine, Rinder und Hühner, zu achten. Menschen, die beiuns leben oder für uns arbeiten, gut zu behandeln.

Wir haben einen Auftrag als erwachsene Söhne und Töchter Gottes. Und wie kommen wir dahin, als Erwachsene Gott gegenüber zu leben und zu handeln?

Im Wochenspruch hieß es: Gott sagt: Fürchte dich nicht! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Menschen, die wir kennen und lieben, Tiere, die wir kennen und lieben, sprechen wirmit Namen an. Wir rufen sie bei ihrem Namen, sprechen mit ihnen und sorgen für sie.

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit. Lauschen Sie einen Moment in sich hinein. Lauschen Sie nach innen. Lassen Sie in Ihrem Inneren Ihren Vornamen ertönen. Das braucht niemand zu hören. Nur für Sie selbst soll Ihr Name hörbar sein.

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Und nun lassen Sie noch einmal Ihren Namen innerlich ertönen, so dass nur Sie selbst es hören können. Hören Sie, wie Ihr Name freundlich und liebevoll klingt.

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Und ein letztes Mal: Hören Sie innerlich Ihren Namen. Hören Sie im Innern diese Worte:Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir. Ich gebe dir Kraft.

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Es gibt einen Raum in uns, in dem wir spüren können, dass wir geliebt sind. Dort klingt unser Name schön, weil wir von Gott geliebt und unterstützt sind. Wir sind geliebte erwachsene Töchter und Söhne Gottes. Lasst uns als solche in der Welt handeln. Amen.

Bitten zum Weiterbeten

Barmherziger Gott,
mein Name ist schön.
Meine Eltern haben ihn einmal für mich ausgewählt.
Du kennst mich mit meinem Namen und du rufst mich zu dir.
Dafür danke ich dir.

Erinnere mich daran, dass alle Menschen auf der Welt deine geliebten Töchter und Söhne sind.
Erinnere mich daran, dass ich ein Leben bin inmitten von Leben, das leben will.
Erinnere mich daran, dass alle Geschöpfe auf der Erde meine Mitgeschwister sind.

In dieser schweren Zeit ermutige mich, verantwortlich zu leben.
Bestärke mich darin, hinzuschauen, wo Unrecht geschieht.
Mach mich tapfer und hellsichtig, dass ich erkenne, wo ich handeln kann.

Hilf mir, das ich mich nicht von der Angst beherrschen lassen, sondern dass ich in deinem Namen verantwortliche Schritte tue.

In der Stille nenne ich dir die Namen der Menschen,
die deine Unterstützung brauchen.

...

Mit Jesus beten

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.
In Ewigkeit.
Amen.

Segen

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen.
Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen.
Das Land ist hell und weit.
Bleibe bei uns mit deiner Liebe.
Bleibe bei uns mit deinem Trost.
Bleibe bei uns mit deinem Frieden.
So segne und behüte uns der gnädige und barmherzige Gott;
der Vater, der Sohn und der heilige Geist.