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Gottesdienst 15.November

Vorletzter Sonntag im Kirchenjahr
von Pfarrerin Renate Langenheder als PDF zum Download.

Biblisches Votum

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. (2. Kor. 6,2)

Eröffnung

Lasst uns Gott feiern, denn Gott ist gütig.
Lasst uns Gott feiern, denn Gott istbarmherzig.
Lasst uns Gott feiern, denn Gott ist.
Liebe und Güte und Barmherzigkeit.

Wir feiern Gottesdienst im Namen
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Gebet

Gott, barmherzig und gnädig bist du,
deine Geduld ist unendlich.
Wie Eltern ihre Kinder nicht vergessen,
so vergisst du uns nicht.
Du suchst nicht nach unseren Fehlern,
sondern du siehst unsere guten Seiten und unsere Fähigkeiten.
Du erkennst unsere Absichten
Und trägst uns unsere Schuld nicht nach.
Darum öffnen wir dir in der Stille unser Herz
Und bitten dich, Gott,
erbarme dich,
Jesus Christus,
erbarme dich,
Gott, erbarme dich unser.

---Stille---

Barmherzig und gnädig ist Gott,
geduldig und von großer Güte.
Halleluja!
Amen.

Lied für den Tag

EG 147Wachet auf, ruft uns die Stimme

(1) „Wachet auf“, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, „wach auf, du Stadt Jerusalem. Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: „Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut‘gam kömmt, steht auf die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit, wir müssen ihm entgegengehn!“

(3) Gloria sei dir gesungen mit Menschen-und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von 12 Perlen sind die Tore an deiner Stadt, wir stehnim Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat mehr gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für.

Text aus der Bibel Vom ungerechten Verwalter (Lukasevangelium 16,1-8)

1 Jesussprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. 2 Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. 3 Da sprach der Verwalter bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. 4 Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. 5 Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? 6 Der sprach: Hundert Fass Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. 7 Danach sprach er zu dem zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der sprach: Hundert Sack Weizen. Er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. 8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.

Gedanken zum Weiterdenken

Kennen Sie das Wort „Schlitzohr“? Das klingt eigentlich ziemlich harmlos. Ganz genau weiß man nicht, woher es kommt: Man erzählt, die wandernden Handwerksburschen hätten einen goldenen Ohrring getragen, sozusagen als feste Geldanlageoder als Zeichen ihrer Zunft. Wenn sie als Betrüger entlarvt wurden, habe man ihnen den Ring aus dem Ohr gerissen; so sei das Schlitzohr entstanden und die Betrüger seien sofort für andere zu erkennen gewesen; ebendas Schlitzohr. Sicher ist es nicht, ob das wirklich stimmt. In unserem heutigen Predigttext geht es um ein solches Schlitzohr. Andere verpetzen den Verwalter beim Arbeitgeber: Der hat geklaut! Der hat betrogen! Der hat Geld veruntreut! Und der Arbeitgeber reagiert prompt: Dann kannst du nicht mehr als Verwalter arbeiten. Oh je, was nun? Keine Arbeitslosenversicherung, kein Kurzarbeitergeld, keine Krankenversicherung –nichts ist vorhanden. Dann muss er eben arbeiten gehen! Auf dem Bau oder in der Landwirtschaft! Nein, sagt der Verwalter, das kann ich nicht. Ja, da bleibt wohl nur noch eins: betteln gehen. Um Gottes willen, denkt der Verwalter! Es muss doch einen Ausweg geben! Und er hat eine Idee: Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. Das ist ja nun wirklich ein Schlitzohr. Ein Schuldgefühl scheint er nicht zu haben; es tut ihm nicht leid, er bereut nicht, er versucht nicht, dem Arbeitgeber zu erklären, wie es dazu kommen konnte –er rechtfertigt sich nicht, er lässt den Vorwurf der Veruntreuung einfach stehen. Und so kommt zur ersten Veruntreuung eine zweite: Alle Schuldner seines Arbeitgebers lässt er kommen und reduziert ihre Schulden. Völlig skrupellos fälscht er die Schuldscheine. Ob sein Kalkül aufgeht? Ob die Leute ihm nachher dankbar sind und ihn in ihre Häuser aufnehmen? Das bleibt offen. Das Spannende ist, was Jesus dazu sagt: Jesus lobt diesen ungerechten Verwalter. Das kann doch nicht sein! Wir erziehen unsere Kinder zu fleißigen, zuverlässigen und ehrlichen Menschen–und Jesus lobt den Gauner? Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte. Diese eigenartige Geschichte, die uns so gegen den Strich geht, ist von jemandem festgehalten worden, der sich Gedanken gemacht hat. Gedanken über das damalige Finanzsystem. Wem dient der Verwalter? Die Menschen machen bei dem Arbeitgeber Schulden. Und dann kann es ganz schnell gehen: Ein Unfall, der Verlust der Arbeit, eine Ehescheidung, eine schwere Erkrankung –und schon können die Schulden nicht mehr abbezahlt werden. Und das hatte zur Folge: Wer seine Schulden nicht abbezahlen kann, der kommt allein oder mit seiner Familie in den Schuldturm. Oder die Familie wird für Sklavenarbeit verkauft. Kennt dieses System Gnade? Offensichtlich nicht. Und es sieht so aus, als hätte der ungerechte Verwalter sich darüber Gedanken gemacht. Er schreibt neue Schuldscheine aus –nicht, weil ihm die Leute leidtun. Aber: Weil er jetzt am eigenen Leib merkt: Wer in so einer Situation keine Freunde hat, keine guten Beziehungen –der ist verloren. Also investiert er –um selbst zu überleben! –in gute Beziehungen. Ob ihn das retten wird? Jesus fährt fort: Denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. Was ist klug? Klug lebt, wer nicht nur buchhalterisch richtig arbeitet. Die unendlichen Listen der 6 Millionen ermordeten Juden in den Konzentrationslagern –sie mögen alle buchhalterisch richtig sein. Aber sie sind erbarmungslos, mitleidlos, gefühllos. Man muss sich die Frage stellen: Was tue ich hier eigentlich? Für wen arbeite ich? Was ist das für ein System, in dem ich meine Arbeitsleistung erbringe? Und: will ich dafür leben? Der Film „Schindlers Liste“ zeigt einen Unternehmer aus Zwittauim heutigen Tschechien, der sicher keine weiße Weste hatte. Er hat mit den Nazis kooperiert. Aber an einer Stelle seines Lebens hat er eine Entscheidung getroffen. Als es um jüdische Mitarbeiter seiner Firma ging, hat er Listen gefälscht, Leute bestochen und auf diese Weise 1200 Zwittauer Juden vor der Vernichtung gerettet. Kein Held –aber jemand, der im entscheidenden Moment etwas Mutiges und Richtiges getan hat. Gott sei Dank gab es während der Nazi-Diktatur auch Menschen, die mutig waren –und nicht nur genaue Buchhalter. Im entscheidenden Moment des eigenen Lebens gut und mutig zu handeln, verantwortlich –und nicht nur korrekt!–dazu gebe uns Gott die Kraft und den Mut und die Weisheit. Dann sind wir wirklich: Kinder des Lichts. Amen.

Bitten zum Weiterbeten

Lasst uns beten um ein waches Gewissen, um Vergebung unserer Schuld und ein Leben, das Frucht bringt; lasst uns ein Licht anzünden!

Lasst uns beten um Verständnis für unsere Mitmenschen, um den Mut, die Wahrheit zu sagen und dafür einzutreten; lasst uns ein Licht anzünden!

Lasst uns beten für unsere Kirche, dass Menschen auch durch uns Gottes Liebe und Gottes Licht erkennen; lasst uns ein Licht anzünden!

Lasst uns beten für unser Land, dass wir uns für Frieden und den Schutz der Umwelt einsetzen; lasst uns ein Licht anzünden!

Lasst uns beten für die Menschen, die Gott jetzt besonders brauchen; lasst uns ein Licht anzünden!

Mit Jesus beten wir

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.
In Ewigkeit.
Amen.

Segen

Gott segne dich auf deinem Lebensweg,
Gott segne dein Handeln,
Gott segne deine Entscheidungen,
Gott segne jeden Schritt, den du tust
Gottes Segen sei mit dir, heute und allezeit.
Amen.

EG 652 Von guten Mächten wunderbar geborgen
bei YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=aN7dGz6NH5M

(1)Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar,so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Refr.: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag; Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

(5) Lass warm und still die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht; führ wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht. Refr.