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Gottesdienst 14.Juni

Biblisches Votum
zum 1. Sonntag nach Trinitatis, 14.6.2020

„Jesus Christus spricht: Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verachtet, der verachtet mich.“(Lukas 10, 16)

Eröffnung

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes. Amen.


Gebet

Gott, groß und unfassbar bist du.
Ehrfurchtgebietend.
Majestätisch.
Und das größte Wunder ist,
dass du dich selber kleinmachst,
dass du Platz findest in unseren kleinen Herzen.
Du, Gott, bist Liebe. Wahre Liebe.
Groß genug, um in den entferntesten Winkel des Universums zu reichen.
Klein genug, um in mein Herz zu gelangen.
Du, Gott,bist Liebe.
Liebe, die mich umfängt am Anfang meines Lebens.
Liebe, die mich trägt auf den Wegen, die ich gehe.Liebe,
die mich einhüllt am Ziel meiner Tage.
Amen.

Ein Text aus der Bibel
zum 1. Sonntag nach Trinitatis

Gott ist Liebe.
Und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.
Darin ist Gottes Liebe bei uns ans Ziel gelangt: Am Tag des Gerichts werden wir voller Zuversicht sein. Denn wie Christus untrennbar eins ist mit dem Vater, so sind es auch wir –schon hier in dieser Welt. Die Liebe kennt keine Furcht,sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht. Denn Furcht rechnet mit Strafe. Bei dem,der sich fürchtet, ist die Liebe noch nicht an ihr Ziel gelangt. Wir können ja nur lieben,weil er uns zuerst geliebt hat. Wer behauptet: „Ich liebe Gott!“, aber seinen Bruder und seine Schwester hasst, der belügt sich selbst. Schließlich sieht er seine Geschwister vor sich. Wenn er sie dennoch nicht lieben kann, kann er Gott erst recht nicht lieben. Denn Gott kann er ja nicht einmal sehen. Das ist aber das Gebot,das Gott uns gegeben hat: Wer ihn liebt,soll auch seinen Bruder und seine Schwester lieben. (1. Johannesbrief 4,16–21)

Gedanken zum Weiterdenken

„Liebe ist...“

Ich kenne noch die Bilder aus den 70er Jahren: Ein Männlein und ein Weiblein. Und viele verschiedene Situationen, in denen deutlich werden soll, was Liebe alles ist. Ja, eigentlich DAS Liebe alles ist.

Im ersten Johannesbrief funktioniert das andersherum. Da heißt es „Gott ist...“. Und anstelle einer enggeführten und hoch theologischen Definition, was Gott denn nun eigentlich alles ist, greift der Verfasser auf das Größte und Unerklärlichste zurück, was ihm bekannt ist –die Liebe.

In diesem Bild Gottes als Liebe, da vereint sich alles, was Christinnen und Christen über Gott sagen können. Liebe ist dabei viel mehr als nur ein Gefühl.

Liebe ist der Grund, aus dem wir leben.
Liebe ist eine unerschöpfliche, übersprudelnde Quelle.
Liebe ist Richtschnur und Ziel gelingender menschlicher Existenz.

Und alles das, so sieht es der Verfasser des Johannesbriefes, alles das trifft auch auf Gott zu.

Und genau so, wie Liebe nicht vorstellbar ist, wenn sie abstrakt bleibt und ohne Gegenüber, genau so ist es auch mit Gott. Er hat uns gewolltals Gegenüber. Und er hat uns geschaffen als Wesen, das ein Gegenüber braucht. Wir sind nicht dazu gemacht, ständig allein zu sein. Auch das haben wir –schmerzlich und eindrücklich –erfahren in den Kontaktverboten anlässlich der Corona-Pandemie.

Ich will, ich muss Kontakt haben zu Menschen, die ich liebe und die mir wichtig sind. Mitmensch zu sein ist, das wissen wir spätestens jetzt, ein Menschenrecht. Und Nächstenliebe nicht nur ein Gebot, sondern vor allem ein Privileg.

Bitten zum Weiterbeten

Gott, liebevoll und gnädig,
du schenkst uns das Leben,
du schenkst uns Liebe und Wärme in einer Welt,
die uns manchmal hart und kalt erscheint.

Ich bitte dich, erwärme das Herz der Menschen,die andere nach Aussehen, Herkunft oder Sprache einteilen.
Hilf ihnen zu erkennen, dass wir alle gemeinsam deine Kinder sind,
geliebt und wert voll.

Ich bitte dich, erwärme das Herz der Menschen, die ihre persönliche Freiheit wichtiger nehmen als Gesundheit und Leben der Anderen.
Hilf ihnen zu erkennen, dass zur eigenen Freiheit auch der Verzicht gehört, um des Nächsten willen.

Ich bitte dich, erwärme das Herz der Menschen, die sehen, wie Kinder in ihrer Nähe unter Missbrauch, Vernachlässigung und Lieblosigkeit leiden.
Hilf ihnen, den Mut zu finden, für die Schwächsten laut und deutlich Partei zu ergreifen und die Kinder zu schützen.

Gott, liebevoll und gnädig,du machst mir Mut, mein Herz zu öffnen für meinen Nächsten und Liebe zu wagen.
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, hat dein Sohn Jesus Christus gesagt. Mit seinen Worten beten wir hier und an vielen Orten auf der Welt:

Mit Jesus beten

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel,
so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Gott –Kraft vom Anfang der Schöpfung –gebe dir festen Boden unter den Füßen,dass er dich trägt und hält, auch wenn manches schwankt.
Jesus Christus, Licht der Welt, erleuchte dich mit dem Licht der Liebe, dass es dich führe und leite, in jeder Finsternis.
Die Kraft des Geistes, der unser Tröster ist, umhülle dich wie ein Mantel und bewahre dich vor allem, was dich verzweifeln lässt.
So segne uns Gott, der Lebendige, der Vater, der Sohn, der Heilige Geist. Amen