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Gottesdienst 12.Juli

Biblisches Votum
für Sonntag, 12.07.2020

„Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch:Gottes Gabe ist es.“
Brief des Paulus an die Epheser 2,8

Eröffnung

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.Amen.

Gebet

Wie lange noch, möchte ich dich fragen GOTT?
Wie lange noch:

dieses Aushalten der Pandemie, die mich ängstigt, diese Unruhe, weil ich den Alltag nicht mehr unbefangen gestalten kann, sondern an Mund-Nase-Schutz, Händewaschen und vor allem: Abstand denken muss,diese Ungewissheit, wie es weitergeht für so manchen Betrieb, mit so manchem Ar-beitsplatz, wie gravierend die Auswirkungen auf unser Leben längerfristig sein wer-den,dieses Unverständnis über die Ignoranz mancher Politikerund Mitmenschen; ...

Wielange noch aber auch das Mit-Ansehenso vieler Missstände, an denen wir nicht vorbeisehen können, die wir aber dennoch nicht entschlossen angehen:unser Umgehen mit Menschen: Menschen, die auf irgendeine Weise „anders“ sind als die, die den Ton angeben; Menschen in Armut; Menschen, die keine Lobby ha-ben; Menschen, die für unseren Wohlstand kaputt gehen; Geflüchtete und Flüch-tende; ...

unser Umgehen mit der Welt, in der wir leben: Massentierhaltung; Monokulturen; Auswirkungen unseres Lebensstiles auf die Natur; ...

GOTT ich bitte dich um Gnade.
Gnade für mich mit meiner untätigen Ungeduld;
Gnade für das viele Leid und Leiden in dieser Welt;
Gnade für die Unvernunft der Menschheit und mich in ihr,der DU doch immer wieder deine Gnade zeigst;
deine Güte, unsere kleinen Versuche ernst zu nehmen, wenn wir Dir vertrauen;
deine Barmherzigkeit, dass DU in Christus all unser Misstrauen und dessen Auswirkungen getragen und überwunden hast. DU hältst uns aus um deiner Gnade willen.
So will auch ich aushalten, wo ich nicht handeln kann und Anfänge wagen, Zeuge/Zeugin deiner Gnade zu sein, wo immerich meine Stimme erheben oder eine Tat tun kann.
Denn ich hänge an DEINER Rettungsleine und brauche nur die anderen hinzu zu locken und ihnen die Hand hinzustrecken. DU RETTEST. Amen.

Lied für den Tag

EG 313 Jesus, der zu den Fischern lief

Das Lied ist nicht so bekannt. Unter diesem link kann man es sich anhören: https://www.youtube.com/watch?v=HLUPT6NCowY

1) Jesus, der zu den Fischern lieg und Simon und Andreas rief, sich doch ein Herz zu fassen, die Netze zu verlassen –vielleicht kommt er auch heut vorbei, ruft mich und dich, zwei oder drei, doch alles aufzugeben, und treu ihm nachzuleben.

2) Jesus, der durch die Straßen kam, den Mann vom Zoll zur Seite nahm und bei ihm wohnen sollte, dass der sich freuen sollte –vielleicht kommt er auch heut vorbei, fragt mich und dich, zwei oder drei: Wollt ihr mir euer Leben, und war ihr liebhabt, geben?

3)Der durch die Welt geht und die Zeit, ruft nicht, wie man beim Jahrmarkt schreit. Er spricht das Herz an, heute, und sammelt seine Leute. Und blieben wir auch lieber stehn –zu wem denn sollen wir sonst gehen? Er will uns alles geben, die Wahrheit und das Leben.

Text aus der Bibel

Evangeliums-und Predigttext zum 5. Sonntag nach Trinitatis

1 Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. 2 Und er sah zwei Boote am Ufer lie-gen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 3 Da stieg er in eines der Boote, das Simongehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. 4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! 5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. 6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. 7 Und sie wink-ten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. 8 Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie mitei-nander getan hatten, 10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach. (Lukas 5,1-11)

Gedanken zum Weiterdenken

Am 05. Juni 1977 macht sich eine kleine Gruppe von Frauen am Rande Nairobis auf den Weg. Sie pflanzen 7 Bäume, damit wollen sie der Dürre in den Staaten Afrikas begegnen. 7 Bäume gegen dieSteppe!Es ist der Anfang der Greenbelt-Bewegung, deren Pflanzaktionen inzwischen dafür sorgen, dass versteppte Gebiete Afrikas wieder grün werden, fruchtbar sind, Wasser speichern. Die Idee zu der scheinbar verrückten Aktion hatte Wangari Maathai, genannt Mama Miti: Mutter der Bäume. Sie wollte die Frauen stärken in ihrer Heimat Kenia. Die Frauenhatten ihr erzählt, dass die zunehmende Versteppung ihnen das Leben noch schwerer machte. Wangari Maathai begann ihre Pflanzaktion, nicht naiv, sondern mit Beobachtung und Sachverstand. Sie nahm Samen von einheimischen Bäumen, die die Frauen sammeln und weitergeben konnten, nicht kaufen mussten. Und sie legte Programme auf, die den Frauen die nöti-gen Kenntnisse vermittelten. Wangari Maathai –sie ist sozusagen noch einmal hinaus gefahren, dahin wo es tief ist, und hat dort gefischt. Sie hat einen un-gewöhnlichen Schritt getan, von dem so mancher Gärtner abgeraten hätte. Sie tat ihn mit Sachverstand, aber auch viel Vertrauen in die Frauenund in die Kraft des Lebens und sie ermutigte Frauen und deren Familien zu eigenem hoffnungsvollem Tun.

Tobias Merkle engagiert sich in der Stiftung Hoffnungsträger. Es hört sich schon etwas verwegen an: zusammen mit einem ruandischen Partner bautdie Stiftung in Ruanda Dörfer wieder auf, in denen Menschen zusammen leben, dieeinstim brutalen Bürgerkrieg zwischen Hutu und Tutsi Täter und Opfer schwerster Verletzungen waren, bzw. wo der eine des anderen Familienmit-glieder ermordet hatte. Es ist oft schwer, aber es gibt Versöhnung, ganz direkt zwischen Opfern und Tätern. Warum engagiert Merkle sich? Die Stiftung schreibt auf der Homepage: „Aus christlicher Dankbarkeit und Nächstenliebe heraus geben wir Menschen eine Perspektive, damit sie selbst zu Hoffnungsträgern werden und sich die Welt auf diese Weise zum Guten verändert.“ Die da arbeiten, die trauen sich etwas, was andere aus ihrem Fachwissen heraus für grenzwertig halten. Auch sie fühlen sich durch die Gnade Gottes in Jesu ruf herausgefordert zu ungewöhnlichem Tun. Doch sie wagen es aufgrund ihres Vertrauens, dass die Gnade Gottes wirkt, wo man ihr Raum gibt im Leben.

„Von nun an wirst Du Menschen fangen.“ Ich gebe es zu: das ist nicht gerade mein Bibel-Lieblings-Satz. Mir kommen da immer Bilder in den Kopf wie aus der Geschichte des Rattenfängers von Hamelnoder aus dem Olympiastadium Berlin während der Rede von Goebbels 1943. Doch das wäre genau verkehrt herumverstanden. Das „Menschen fangen“, zu dem Jesus einlädt,meint das Gegenteil. Seine Aufforderung hinaus zu fahren, wo es tief ist und der Mensch vertrauen muss, seine Verheißung, bei Menschen für eine froh machende „Ernte“ zu sorgen, macht frei von Fesseln und Netzen und Parolen.Dieses Han-deln macht sich los von allem, mit demMenschen andere in ihrem freien Denken einzuschränken versuchen und macht frei zur Mitmenschlichkeit.

Menschen zum Nachdenken bringen über das Leben, darüber, was sonst noch gut gehen könnte, außer dem Gewohnten, darum geht es. Und das auf der Basis von Vertrauen, nicht auf der Basis von Geltungsdrang oder Leistungs-sucht, von Angst oder Macht, von Gier oder auch Skzeptizismus. Menschen zum Nachdenken bringen –und mit ihnen auszuprobieren, was noch gehen kann, um Gottes Gnade in dieser Welt sichtbar zu machen, das ist wohl ge-meint mit „Menschen fangen“. Das ist gemeint mit Nachfolge Christi, das ist gemeint mit Glauben an den, der rettetaus Gnade.

Ich schätze, dass wir durchaus diese Art von Expertise brauchen können im Durchstehen der Zeit der Corona-Pandemie. Und das muss auch nicht immer gleich so groß sein, dass es den Nobelpreis gibt. Aber wir dürfen ruhig weiterhinausloten, wie wir online und mit Abstand direkt verbunden bleiben können -mit Gott und untereinander und mit der Welt. Amen.

Bitten zum Weiterbeten

Großer Gott, mit Dir neue Wege gehen, das wäre schön.
Netze auszuwerfen, wo dann auch Fische sind.
Mit Dir leben, getröstet und genährt.
Statt der Sorge, dem Druck, dem Müssen und Nicht-Dürfen und dem Hunger nach Leben.
Wir bitten Dich, Gott, erhöre uns.

Gnädiger Gott, ich bitte Dich für Entscheider und Präsidenten um einen klaren Kopf und ein festes Herz, um Klar-Sein und Maßhalten, um Fürsorge für das eigene Volk unter der Maßgabe, dass dieses eigene Volk nur mit den andern gemeinsamleben kann. Zeige den Weg in dieser Zeit, die in vielem dunkel und chaotisch istund doch von Deiner Gnade erhellt wird.
Wir bitten Dich, Gott, erhöre uns.

Lebendiger Gott, ich bitte Dich für Ferienkinder und Urlaubserwachsene umfreie Zeit, ein leichtes Herz und das nötige Augenmaß fürVorsicht,zu Hause ohne Schule oder vorsichtig unterwegs über eine Grenze in ein anderes Land oder eine andere Art, Urlaub zu machen.Stärke sie und uns alle mit dem Licht des Sommers.
Wir bitten Dich, Gott, erhöre uns.

Und für die unruhigen Herzen bitte ich Dich, barmherziger Gott.
Für alles „ich müsste mehr tun“, und jedes „ich habe nichts geschafft“, für alles „es hat kei-nen Sinn“ und jedes „mir fällt nichts mehr ein“, um Vertrauen und Ruhe und neuen Mut. Du bist doch bei uns, Du rettest.
Wir bitten Dich, Gott, erhöre uns.

Mit Dir zu sein, Gott, ist Leben, ist Atem, ist Glück.
Pulsiere Du durch uns, durch deine Kirche und alle Christen in der Welt -in diese Welt.
Amen.

Mit Jesus beten

Vater unser im Himmel.Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die HerrlichkeitIn Ewigkeit. Amen.

Segen

Wenn wir jetzt weitergehen, dann sind wir nicht allein.
Der Herr hat uns versprochen, bei uns zu sein.
Wir nehmen seine Worte und Taten mit nach Haus
Und richten unser Leben nach seinem aus.
Segne uns mit der Weite des Himmels,
segne uns mit der Wärme der Sonne,
senge uns mit der Frische des Wassers,
himmlischer Vater, segne uns.
Segne, Vater, tausend Sterne,segne, Vater, unsre Erde,
segne, Vater, Meer und Land,
segne, Vater, Herz und Hand.
So segne Dich Gott, der Vaterdurch den Sohn im Heiligen Geist.
Amen.