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Gottesdienst 11.Oktober

von Pfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling
als PDF zum download.

Wochenspruch: „Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder /seine Schwester liebe. 1. Joh 4,21

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Der Herr sei mit Dir!

Lied: EG 334 Danke für diesen guten Morgen

Psalm

1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen / noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 2 sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! 3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, / der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl. 4 Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. 5 Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. 6 Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht. G.: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. AMEN.

Eingangsgebet:

„Herr, Gott, Heiliger Geist, du kannst uns lehren, die Geister zu unterscheiden. Was wirklich wichtig ist undwas sich nur in den Vordergrund drängt, was gut ist und was nur gut tut, was dem Frieden dient und was nur befriedigt – du weißt es und kannst es uns lehren. Wir brauchen deine Maßstäbe, damit wir nicht maßlos werden in unseren Wünschen und in unserem Tu und die breite Straße wählen, die ins Verderben führt. Das Geländer deiner Gebote hilft uns, auf dem schmalen Steg zu bleiben, der hinüber führt in das Reich Gottes, das ohne Ende ist.“ Hilf uns, das immer wieder zu entdecken. Amen

Wir vertrauen auf die Zusage aus dem Taufbefehl: Siehe ich bin bei Euch alle Tage, bis an der Welt Ende.

Darum können wir danken und fröhlich sein.

Gebet:

Gott, sei Du nun bei uns, wenn wir diese Zeilen lesen. Stärke in uns das Gefühl für Deine Gegenwart. Amen.

Lektor: Lesung Markus 10,17-27

17 Und als er hinausging auf den Weg, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? 18 Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als der eine Gott. 19 Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.« 20 Er aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. 21 Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach! 22 Er aber wurde betrübt über das Wort und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter. 23 Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen! 24 Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer ist's, ins Reich Gottes zu kommen! 25 Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. 26 Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann dann selig werden? 27 Jesus sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist's unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.
Halleluja. Am Rat des Herrn haben teil, die ihn fürchten, und seinen Bund halten. Halleluja. Glaubensbekenntnis (Gemeinde erhebt sich) Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das Ewige Leben. Amen

Lied 409 Gott liebt diese Welt

Predigt über 5. Mose 30,11-14

Liebe Geschwister im Glauben! Manche Leute strengen sich sehr an, um Gott zu finden und seinen Willen zu erfahren. Sie suchen die religiöse Ekstase, befragen Engel, um sich im Geist von der Erde zu lösen und in himmlische Sphären vorzudringen. Oder sie besuchen ganz besondere Gurus weit weg, in möglichst exotischer Aufmachung. In ihrer Vorstellung ist Gott etwas so Besonderes, dass da eine Barriere zwischen Ihnen und Gott ist und sie sich eine unkomplizierte Nähe gar nicht vorstellen können. Ganz unnötig, sagt schon unser Predigttext aus dem Alten Testament: so heißt es stattdessen.: denn Gott ist uns näher als unser eigenes Herz. 11 Denn das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. 12 Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? 13 Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? 14 Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

Unser Text stammt aus dem 5. Buch Mose im 30 Kapitel, und ist sozusagen das Vermächtnis von Mose, der großen Leitfigur Israels am Ende seines Lebens. Das, was Gott will, so sagt er, ist nichts Besonderes, nichts Fernes. Es ist etwas Einfaches, das Alle eigentlich wissen!

Heilsames Dasein. Gelingendes Miteinander, in dem jede und jeder seinen Platz hat. Wo man miteinander die Früchte der Erde teilt und gut lebt. Da finden wir Gott. In unser Freude am Leben. In all dem Wunderbaren. Mitten im Sonnenuntergang den ich auch meinem Fenster schaue. In einem guten Wort, das ich teile.

Und manchmal auch mitten im Leid einer Krankheit, im Ausgegrenzt werden von anderen. In aller Not. Auch da, wo ich nicht perfekt bin. Davon erzählt zum Beispiel ganz anschaulich die Zachäus -Geschichte im Neuen Testament. Der Große, Wunderbare Erhabene Gott: er will DA SEIN. Mit uns. Das war ja sein Name, den er Mose im brennenden Dornbusch offenbart hat. Und jetzt am Ende seines Lebens kommt Mose darauf zurück: Gott ist da. Nicht fern, sondern mitten im Leben. Die 10 Gebot, auf die er verweist, fordern ja auch nichts Aussergewöhnliches, sondern das, was jeder Mensch braucht, um respektiert und geachtet in der Gemeinschaft der Menschen leben zu können. Für heiles Leben. Aber warum suchen wir Gott so gern in der Ferne? Im Besonderen? Wenigstens an einem erhabenen Ort? Vielleicht können wir uns gar nicht vorstellen, dass wir, so wie wir sind, dass unser Herz eine Wohnung Gottes sein kann. Weil wir uns schämen? Uns selbst nicht leiden mögen? Und gern erst ganz perfekt wären? Und wenn wir dann irgendwo feststecken und gar nicht weiterwissen, haben wir das Gefühl, wir müssten den ganz fernen Gott anrufen und um Hilfe bitten. Dabei ist er schon da. Leidet mit uns, will uns stärken, uns in die Arme schließen, uns trösten.

„Gott will mich besuchen, aber ich weiß nicht, ob ich zuhause bin“ heißt ein geflügeltes Wort. Er hilft mir auch beim Großreinemachen für den Besuch.

Wie gelingt es, bei mir selbst zu hause zu sein, um da Gott einzulassen, oder wahrzunehmen? Achtsamkeit ist ein modernes Wort. Einkehr ein altes, eher verstaubtes. Spüren was ist, ist der Weg. Spüren, was in mir los ist.

Dann entsteht auch eine Antenne für die Anderen, ich werde liebevoller, verständnisvoller… aufmerksamer. „Was Du nichts willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“ So fasst Jesus die Gebote zusammen. Oder sinngemäß: in jedem Menschen begegne ich Dir, oder begegnet Gott Dir. In jedem Menschen, den Du achtungsvoll behandelst, behandelst Du auch Dich achtungsvoll, denn wir alle sind eins.


Eine Geschichte erzählte von zwei Mönchen, die auszogen, Gott zu suchen. Sie reisten durch die ganze Welt, zu wunderbaren Orten, wurden müder und müder, aber hatten Gott nicht gefunden. Schließlich standen sie vor einer letzten Tür, hinter der sie Gott finden sollten. Sie traten hinein und standen in ihrer eigenen Klosterzelle.

Liebe Gemeinde: Es ist so einfach und doch so schwer, nicht wegzuschweifen oder in die Ferne zu schauen nach Gott, sondern mich selbst liebevoll durch seine Augen anzusehen und von ihm begleiten zu lassen. Doch wenn ich hinspüre, meine Antennen ausfahre, wenn ich es mir auch nur VORSTELLE, dass Gott da ist, dann kann ich seine verwandelnde Kraft wahrnehmen. Amen

Lied: Du bist Du (Wortlaute)

Fürbitten (VELKD Wochengebet)

Gott, nah bist du. Stimme im Herzen Wir sehnen uns nach deiner Gerechtigkeit! Die Schwachen werden gedemütigt, die Kranken belastet, die Arbeitslosen verachtet, die Einsamen übersehen. Wo bleibt deine Gerechtigkeit? Hörst du uns? Erbarme dich. Wir hoffen auf deine Gerechtigkeit! Die Gewinner bekommen immer Recht, den Mächtigen steht niemand im Weg, die Starken teilen sich die Welt auf, die Einflussreichen nutzen ihr Wissen. Wo bleibt deine Gerechtigkeit? Hörst du uns? Erbarme dich. Wir warten auf deine Gerechtigkeit! Für die Abgehängten und Enttäuschten, für die Vergessenen und Beleidigten, für die Traurigen und Gemobbten. Hörst du uns? Erbarme dich. Wir sehnen uns nach deinem Frieden! Die Bomben fallen wieder auf Aleppo. Die Mädchen aus Chibock sind immer noch verschleppt. Auf Lesbos brennen die Flüchtlingslager. Im Mittelmeer ertrinken Kinder, Frauen, Männer.

Wo bleibt dein Frieden? Hörst du uns? Erbarme dich. Wir hoffen auf deinen Frieden! Die Lügner lachen der Wahrheit ins Gesicht. Die Diktatoren haben keine Scheu. Die Stimme der Vernünftigen ist leise. Die Taten der Liebe bleiben im Verborgenen. Wo bleibt dein Frieden? Hörst du uns? Erbarme dich. Wir warten auf deinen Frieden! Als deine Gemeinde, die dir vertraut. Wir warten auf deinen Frieden! Für unsere Kranken und unsere Trauernden, für alle, die zu uns gehören. Wir warten auf deinen Frieden, in dieser Gemeinde, an diesem Ort, in dieser Welt. Um Jesu Christi willen rufen wir zu dir: Hörst du uns? Erbarme dich. Amen

Vorschlag für Fürbitten: Beschütze … und alle Kinder in Gefahren. Sei bei ihnen, wenn sie Angst haben. Lass sie neugierig und offen sein für die Welt, dass sie sich einbringen und sie mit ihren eigenen Fähigkeiten bereichern. Stärke ihr Urteilsvermögen und ihre Wahrheitssuche. Lass sie stets deine Liebe spüren und viel Liebe durch andere Menschen empfangen.

Hilf diesen und allen Eltern, ihre Kinder zu begleiten, dass sie ihnen nötige Grenzen aufzeigen und genug Freiheit ermöglichen, zwischen Humor und Ernst, zwischen halten und loslassen. Sei du mit Rat und Tat zur Seite, wenn es schwierig wird. Lass sie im Glauben und Leben ein Vorbild sein und dass sie durch Freunde an ihrer Seite gestärkt werden.

Hilf diesen und alle Paten dabei, zu erkennen, wann sie gebraucht werden, als Gesprächspartner für die Eltern und später, als Bezugsperson neben den Eltern für das Patenkind

Vater unser

Segen