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3.Advent

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Orgelvorspiel


Biblisches Votum zur Woche (aus Jesaja 40,3.10):
„Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.“

Eröffnung

Zu Hause am Bildschirm oder hier in der Kirche, in all den Abständen,
zu denen wir gerade durch das Virus gezwungen sind, sind und bleiben
wir dennoch verbunden, wird und ist uns geholfen; denn wir sind
nicht allein, wir gehören zur Familie und in das Haus dessen, der unser
Leben schafft und geleitet und hält.

Wir sind Gemeinschaft

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalmgebet nach Jesaja 40 (Text von Uwe Seidel)

Es ruft eine Stimme durch die dunklen Zeiten,
durch die Wüsten unserer Tage,
durch die Trauer unserer Seelen,
Es ruft eine Stimme
in unserer Ohnmacht und Hilflosigkeit.
Sie ruft:
Bereitet dem Herrn den Weg,
räumt eure Steine, eure Hindernisse,
eure Bedenken aus dem Weg.
Wo alles verbrannte von der sengenden Sonne des Zweifels,
wo alles verdorrte vom Salz eurer Tränen,
macht eine ebene Bahn unserem Gott.
Alle Täler, in die du fährst,
alle Schluchten, in die du stürzt,
alle Untiefen in dir
sollen überbrückt werden,
du wirst die Tiefen überwinden.
Denn über der zerrütteten Erde,
so steht es geschrieben,
geht Gottes Herrlichkeit auf.
Sie strahlt über den Menschen,
und alles, was lebt,
wird sie sehen;
denn so hat Gottes Mund
zu uns geredet.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Gebet

Herr, unser Gott,
aus der Unruhe dieser Woche kommen wir zu dir.
DU wendest Dich uns zu, wenn wir zu dir rufen.
Wir möchten die redselige Hilflosigkeit der Nachrichten und Gerüchte
dieser Tage an deinem Wort überprüfen.
Wir sind verzagt und adventliche Freude wagt sich kaum in unser Gesicht.
Deine Güte ist seltener bei uns zu finden, Verzagtheit und manchmal
auch ein wenig Selbstmitleid lassen uns mit zusammengezogenen Augenbrauen in die Welt schauen.
Statt in die Augen, die doch das Einzige sind,
was wir im Gesicht der uns begegnenden Menschen noch sehen können,
schauen wir ins Leere – das wir einander bloß nicht zu nahe kommen.
Und doch leuchten die Lichter in der Stadt, den Gärten, den Häusern
und künden von deinem Licht. Und so wenden wir uns DIR zu und bitten
dich:
Höre uns, wenn wir stumm oder laut dir unsere Sorgen, Frustrationen
und Nöte sagen. Schau uns an mit deinem gnädigen und aufrichtenden
Angesicht, schau uns in die Augen und ins Herz, mach uns bereit,
DIR den Weg zu bahnen, in dem wir auf deinWort hören und deiner
Kraft vertrauen, die uns den Weg weist zu Dir durch die Menschen,
denen wir begegnen.
Amen.

Lied 12: Gott sei Dank durch alle Welt (Melodie: EKG 4)

Biblischer Text aus Lukas 1,68-79 (Lobgesang des Zacharias)
Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!
Denn er hat besucht und erlöst sein Volk
Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils
im Hause seines Dieners David –
wie er vorzeiten geredet hat
durch den Mund seiner heiligen Propheten -,
dass er uns errettete von unseren Feinden
und aus der Hand aller, die uns hassen,
und Barmherzigkeit erzeigte unseren Vätern
und gedächte an seinen heiligen Bund,
an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham,
uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde,
ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang
in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.
Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen.
Denn du wirst dem Herrn vorangehen,
dass du seinen Weg bereitest
und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk
in der Vergebung ihrer Sünden,
durch diese herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,
durch die uns besuchen wird
das aufgehende Licht aus der Höhe,
auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis
und Schatten des Todes,
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lied 16, 1+2: Die Nacht ist vorgedrungen

Gedanken zum Weiterdenken

Liebe Schwester, lieber Bruder,
ich darf Dich einladen heute zu einer Reise. Eine Reise in biblisches
Land, eine Reise in biblische Zeit, eine Reise in das Haus von Zacharias
und Elisabeth. Neun Monate ist es her, da verstummte Zacharias plötzlich,
konnte einfach nichts mehr sagen. Und das, obschon er gerade
den wichtigsten Dienst im Tempel von Jerusalem verrichten sollte. Es
lief auch alles gut, auf dem Weg aus seinem Dorf zum Tempel hatte er
sich konzentriert, er hatte alle Anweisungen befolgt, sich rituell zu reinigen
für die große Opfergabe im Allerheiligsten und das Segensgebet
für die große Gemeinde. Vertraut war ihm das alles geworden in den
vielen Jahres des Dienstes. Es war nicht nur Pflicht, es war eine Ehre,
dass er diesen Dienst tun durfte. Er liebt doch Gott wie sein Leben und
ihm so nahe zu sein, seine Treue zu seinem Volk verkünden zu dürfen,
das erfüllte ihn mit Ehrfurcht. Und doch ging dieser Stich in seinem Herzen
mit. Er spürte ihm bei jedem Atemzug, diesen Stich in seinem Herzen,
diese Trauer in den Augen seiner Frau, diesen Schmerz. Es war einfach
nicht gekommen, dieses Kind, das doch dazu gehörte, nach dem
sie sich immer mehr sehnten, um das sie immer inniger gefleht hatten.
Hatte Gott sie einfach nicht gehört, übersehen, vergessen? Sie hatten
doch nichts Böses getan, dass sie so gestraft wurden. – Nicht dass man
ihnen das so sehr angemerkt hätte. Sie taten ihre Pflicht, waren vorbildliche
Nachbarn, freundlich zu den Menschen, liebevoll mit Kindern.
Sie waren angesehen – und doch, sie waren auch: anders. Es gab dieses
kurze Stocken im Gespräch, wenn von Fortschritten der Kinder, inzwischen
auch der Enkel gesprochen wurde. Es gab diese mitleidigen Blicke,
wenn sie „nicht mitreden“ konnten. Es gab den kleinen Neid, den
er und Elisabeth sind am liebsten nicht eingestanden hätten. Und es
gab eben vor allem diesen Stich im Herzen. Der hatte Zacharias begleitet
bis in das Innerste des Tempels und hatte ihn nicht einmal verlassen,
als der Wohlgeruch des Weihrauches sich verbreitet beim Räucheropfer.
Und dann war es geschehen: Er hatte es einfach nicht glauben können, was ihm der Engel verkündet hatte: dass er und Elisabeth einen Sohn bekommen sollten und dass er Freude an ihm haben sollte und dass dieser, dass dieser die Nachricht bringen sollte, dass der Retter Gottes bald kommen sollte. – Noch nicht einmal den Segen hatte er mehr sagen, ihn nur mit der Geste spenden können.
„Johannes“ sollte er sein Kind nennen, Johannes, Gott ist gnädig. Wie
wahnsinnig hatten sie sich gefreut, als Elisabeth dann schwanger war.
Doch fast wahnsinnig war auch die Sorge gewesen, ob alles gut gehen
würde. Elisabeth war etwas ruhiger gewesen als er. Sie hatte ihre geliebte
und wie eine Schwester vertraute Cousine Maria getroffen. Wie
wild hatte das Kind in ihrem Bauch getanzt, als hätte es schon damals
den Retter feiern und auf ihn aufmerksam machen wollen.
Und nun war er da! Die Nachbarn fanden den Namen schon ein wenig
komisch. Sie wollten Elisabeth nicht glauben, dass das wirklich der
Name sein sollte: Johannes, Gott ist gnädig. So hieß doch niemand in
ihrer Familie. – Aber ab jetzt war Gottes Gnade in sein Haus eingezogen
und das sollte jeden Tag verkündet werden, wann immer ein Mensch
seinen Sohn rufen würde.
Und so lässt Zacharias seinem Herzen freie Bahn, er beginnt zu singen
und zu jubeln von der Treue Gottes und der Lebensaufgabe seines Sohnes:
von der Gnade Gottes zu künden und dazu einzuladen, alle Zweifel
und alle Sachzwänge beiseite zu lassen und sich mit Leib und Leben
Gott anzuvertrauen.
Und so kam es: Johannes hat davon gekündet, Jesus hat es getan für
uns, für alle Welt, gegen alle Sorge, allen Neid, alle Verzagtheit, auch:
alle Macht dieser Welt bis hin zum Tod. Nichts kann uns mehr trennen
von der Liebe Gottes, die in ihm erschienen ist.
Wir reisen nach Hause ins Münsterland – und dürfen als Geschenk
eine Einladung mitnehmen: lass Dir Dein Herz aufschießen über all
dem, was Dich verstummen lässt und finde die Gnade Gottes für Dein
Leben. Singe und wenn nicht mit der Stimme, dann mit einer Tat und
künde von der Gnade des Herrn, die mit Jesus Mensch geworden ist
und für alle Zeit und bis in Ewigkeit diese Welt nicht verlassen wird
„durch diese herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,
durch die uns besuchen wird
das aufgehende Licht aus der Höhe,
auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis
und Schatten des Todes,
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Amen.

Lied 16,3: Die Nacht ist vorgedrungen

Gebet zum Mit- und Weiterbeten (Wir bitten Dich: komm auf uns zu,
dass wir dir den Weg bereiten.)

Herr, unser Gott, du hast uns in diese Welt gesetzt, uns deine Welt
anvertraut, in die wir aber eigene Wege bauen, Trampelpfade und
Holzwege, Sackgassen und Irrwege. Rastlos laufen wir hin und her
und verlieren das Ziel aus den Augen, müde lassen wir uns am Wegrand
fallen und schauen nur noch in den Sand.
Doch DU kommst uns entgegen, du baust deinen Weg in die Öffentlichkeit
dieser Welt. Wenn wir auch den Wegabschnitt, den wir zu bebauen
haben, kaum übersehen, so lehre uns, DEINEM Plan zu vertrauen,
wenn wir unseren Weg durch die Zeit der Pandemie suchen,
in der Menschen trotz allen Abstands einen hellen Schein ins Gesicht
bekommen, wenn wir uns einander zuwenden und von Deiner Güte zeugen.

Wir bitten Dich: komm auf uns zu, dass wir dir den Weg bereiten.
Herr Jesus Christus, du bist der Weg, dessen Ziel das Leben ist. Du bist
der Weg, der Berge von Sorgen überwindet, der Täler der Hoffnungslosigkeit überbrückt.
Du bist der Weg, der uns zu den Anfängen der
Geschichte Gottes mit seinem Volk zurückführt und zu seiner Treue.
Du bist der Weg, auf dem Gottes Trost zu seiner Gemeinde kommt
und zu allen, die auf deine Zukunft warten. Sie besonders bei denen,
die trauern: zu den Eltern, die um ihre noch nicht geborenen oder viel
zu jung verstorbenen Kinder weinen; den Ehepartner, die ihre Einsamkeit
nicht fassen können; den Kindern, die sich schon erwachsen doch als Waisen fühlen; den Freunden und Freundinnen, die die Leere in
der Runde mit Händen greifen können. Schenke Trost, sende Hilfe, gib
neuen Mut in die Herzen der Verzagten.

Wir bitten Dich: komm auf uns zu, dass wir dir den Weg bereiten.
Herr, unser Gott, wir möchten Deinen Weg zu uns erkennen. Gib uns
Augen, die sehen lernen, wie du schuldbeladene Geschichte nutzt, um
uns zu zeigen, was Gerechtigkeit ist, in einer Wüste von Ungerechtigkeit.
Sei bei denen, die auf die Straße gehen für Freiheit und Demokratie
in aller Welt: Weißrussland, Honkong und an vielen Orten; gib
Einsicht denen, die die Demokratie verspotten und verachten hier bei
uns; lass endlich wenigstens bekennen, welche Schuld Menschen auf
sich geladen haben, wenn sie Kinder und Jugendliche misshandeln
und missbrauchen und lass uns Wege finden, die Kleinen in unserer
Welt zu hören. Komm auf uns zu, Gott, um uns zu zeigen, wie Friede
wachsen kann in dunklen Tälern des Unfriedens, wie der Fortschritt
zu deiner Vergebung Berge des Misstrauens einebnet und das Licht
des Vertrauens erstrahlen sieht.

Wir bitten Dich: komm auf uns zu, dass wir dir den Weg bereiten.
Amen.

Wir schließen uns zusammen mit Deinem Sohn und mit all seinen Geschwistern in dieser Welt in dem Gebet, das er uns zu beten lehrte:

Mit Jesus Beten

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich
komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser
tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch
wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Gott, segne uns und behüte uns, schütze unser Leben und bewahre unsere
Hoffnung. Gott, lass dein Angesicht leuchten über uns, dass wir
leuchten können für andere. Gott, erhebe dein Angesicht auf uns und
schenke uns und er Welt Frieden. Amen.

Lied 17,1-3: Wir sagen euch an den lieben Advent