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Gottesdienst 10.Januar

von Pfarrerin Christa Liedtke als PDF zum Download.

Gottesdienst am ersten Sonntag nach Epiphanias 10.01.21

Das neue Jahr hat begonnen, wir haben einander alles Gute gewünscht und
erfahren: es bleibt alles anders. Das Corona-Virus fordert uns weitere
Einschränkungen ab. Vielen macht das inzwischen zu schaffen und wir müssen einander Mut machen: Mut weiter diszipliniert zu bleiben; Mut neue Formen der Nähe zu finden; Mut gelassen auf unbefangenere Zeiten zu vertrauen.
Und wir können einander Mut machen, denn es bleibt nicht nur alles anders, es bleibt auch die Zusage von Weihnachten, dass Gott mitten unter uns wohnt und uns zu seinen Kindern macht. Unter seinen Namen dürfen wir uns stellen und unser Leben gestalten. Der Wochenspruch sagt es mit einer Formulierung des Paulus:

„Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ (Römer 8,14)

Lied: Da wohnt ein Sehnen tief in uns (Lieder zwischen Himmel und Erde, 209) zum mitsingen: https://www.youtube.com/watch?v=VJ9u0JLPaDk

Ref: Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst noch Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.

  1. Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir. In Sorge, in Schmerz – sei da, sei uns nahe, Gott. Da wohnt …
  2. Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir. In Ohnmacht, in Furcht – sei da, sei uns nahe Gott. Da wohnt …
  3. Um Heilung, um, Ganzsein, um Zukunft bitten wir, in Krankheit, im Tod – sei da, sei uns nahe Gott. Da wohnt …
  4. Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir. Wir hoffen auf dich – sei da, sei uns nahe, Gott.

Als Gottes Kinder sind wir zusammen

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Denn unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.


Beten wir gemeinsam einen Psalm, der uns mit all den vielen Generationen der Glaubenden verbindet, beten wir nach Psalm 121:


Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.
Amen.

So können wir Gott sagen, wie es um uns bestellt ist (so, oder in der Stille):
Gott allen Lichtes, mit den Dunkelheiten unseres Alltags kommen wir zu Dir:
Mit der Wehmut, dass die feierlich erhobenen Weihnachtstage vorbei sind;
mit der Traurigkeit, dass wir noch hilfloser sind als sonst, einander beizustehen, Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit, des Trostes, der Aufmunterung zu geben;
mit unserer Ungeduld in dieser Situation und unserer Sorge um die Lage in der Welt – gesundheitlich, politisch, das Klima betreffend, mit Blick auf die vielen Menschen in dieser Welt, die noch ganz anderen Nöten ausgesetzt sind als wir.
Wir bitten Dich: mach Dich bei uns bemerkbar mit dem hellen Schein Deiner Gnade, lass uns vertrauen auf Jesus Christus, der zu uns gekommen ist:
Licht für die Welt, Ziel für die Suchenden, Wegzeichen für die Verirrten. Mit
Wasser wurde auch er getauft, mit Deinem Geist gesegnet, mit Deiner Stimme berufen. Dass wir in ihm neu werden, auf ihn hören und ihn folgen und darin Dir die Ehre geben. Amen.

Evangelium und zugleich Text für die Gedanken zum Nachdenken:

Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, das er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, das ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? (Matthäus 3, 13-17 )

Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s geschehen.
Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Lasst uns Gott loben, indem wir in unseren Wohnungen und doch gedanklich vor aller Welt und mit allen Geschwistern im Glauben das bekennen, was uns trägt:
Ich glaube an Gott den Vater, den allmächtigen, den Schöpfer des Himmels
und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn.
Empfangen durch den heiligen Geist.
Geboren von der Jungfrau Maria.
Gelitten unter Pontius Pilatus.
Gekreuzigt, gestorben und begraben.
Hinabgestiegen in das Reich des Todes.

Am dritten Tage auferstanden von den Toten.
Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.
Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist; die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft
der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige
Leben.

Amen.

Lied: Du Morgenstern (EG 74, Melodie: Steht auf, Ihr lieben Kinderlein)
Link: https://www.youtube.com/watch?v=ZBgLGU833bQ

1.Du Morgenstern, du Licht vom Licht, das durch die Finsternisse bricht,
Du gingst vor aller Zeiten Lauf in unerschaffner Klarheit auf.
2.Du Lebensquell, wir danken dir, auf dich, Lebend’ger, hoffen wir,
denn du durchdrangst des Todes Nacht, hast Sieg und Leben uns gebracht.
4.Bleib bei uns, Herr, verlass uns nicht, führ uns durch Finsternis zum Licht, bleib auch am Abend dieser Welt als Hilf und Hort uns zugestellt.

Gedanken zum Nachdenken

Liebe Schwestern und Brüder,
Taufe – daran zu denken macht Pfarrer und Pfarrerinnen sehnsüchtig in diesen Tagen. So lange schon werden die Taufen aufgeschoben wegen der Corona-Situation. Dabei ist die Taufe so ein schönes Fest – einen kleinen (oder auch großen) Bruder/Schwester in der Gemeinschaft begrüßen zu dürfen, was kann es schöneres geben!

Wenn ich in der Schule frage: Was ist wichtig für eine Taufe? Dann kommen
oft Antworten wie: das Taufkleid, Paten, eine Taufkerze, Blumen um den
Taufstein, Wasser.
Wer noch im Konfirmandenunterricht Luthers Kleinen Katechismus gelernt hat (EG S.1322ff), der weiß: „Wasser tut’s freilich nicht“. Das Wort Gottes muss hinzu kommen. Das Wort davon, dass unser Leben erkannt und angenommen ist bei Gott; dass der „alte Adam“, der Gott nicht zu vertrauen vermag, sondern auf Eigenmächtigkeit setzt, dass der geradezu ersäuft wird und ein Mensch sich zeigt, der davon lebt, dass er angenommen, dass er geliebt ist.

Bei der Taufe Jesu: keine Spur von Taufkleid, Paten, Kerzen, Blumen.
Wasser hingegen schon: das Wasser des Jordan, in dass er ganz untergetaucht werden wird. Und ein Taufgespräch – mit Johannes. Der will Jesus eigentlich gar nicht taufen. Er weiß: er ist der große Rufer: „Kehrt um, tut Buße; dann das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“ So ruft er den Menschen zu, die in Massen zu ihm strömen, ihm zuhören, spüren wollen, dass neues Leben möglich ist. „Kehrt um, ändert die Blickrichtung von dem was nicht geht, was euch hemmt und aufhält und lebt endlich euren Glauben! Ergeht!“ Mit ernsten Worten predigt Johannes aus voller Seele und liefert die strengen Regeln des Gesetzes dazu – die doch eigentlich selbstverständlich sind: Gott vertrauen; mit dem, der nicht hat, teilen; nach Gerechtigkeit streben; Gewalt vermeiden; sich vorbereiten darauf, dass das Reich Gottes kommt. Johannes ist voll bei der Sache. – Doch als Jesus kommt, hält er inne. Alle und jeden kann und will er gerne ins Wasser des Jordan tauchen und sinnlich spüren lassen, dass das Versprechen der Umkehr neues Leben bedeutet. Doch Jesus? Jesus ist doch das neue Leben! Jesus ist doch Gottes Wort wohnend in dieser Welt! Der Täufling selbst muss den Täufer überzeugen, dass er auch diese Taufe

Mit den Worten, die Dein Sohn uns lehrte, beten wir:

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.


Bitten wir um Gottes Segen:

Der Herr segne dich und er behüte Dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir seinen Frieden.

Lied: Ausgang und Eingang Anfang und Ende liegen bei Dir, Herr, füll du uns die Hände.
Link: https://www.lieder-vom-glauben.de/evangelisches-gesangbuch-eg-wue-nr-175/